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Menstruation? 150 Jungen und Mädchen wissen nun Bescheid

Wie werden wiederverwendbare Binden in der Unterhose befestigt? Worauf muss beim Gebrauch von Menstruationstassen geachtet werden? Welche Gefahren ergeben sich aus dem Gebrauch von unhygienischen Alternativen?

150 Schülerinnen und Schüler der Talents Senior Secondary School im District Mityana wissen darüber inzwischen bestens Bescheid. Denn sie nahmen an der aktuellen Menstrualhygiene-Kampagne des Safe Girl Teams teil. Zusammen mit dem Kooperationspartner Camusat stellte es den Mädchen und Jungen verschiedenste Produkte für die Monatshygiene vor; darunter auch das Safe Girl Kit, ein vorgefertigtes Hygieneset für Mädchen.

In einem Workshop erfuhren die Kinder außerdem, wie sie sich ihre eigenen wiederverwendbaren Binden herstellen können und was sie dafür benötigen.

Besonderen Wert legt das Safe Girl Team stets darauf, dass Jungen und Mädchen gemeinsam geschult werden. Der Hintergrund: Besonders in den ländlichen Regionen Ugandas werden menstruierende Mädchen stigmatisiert. Das Ziel von Safe Girl ist deshalb, insbesondere auch den Jungen zu vermitteln, dass Menstruation etwas ganz Natürliches ist und sich niemand dafür schämen muss. Shamira Lwanga vom Safe Girl Team: „Menstruation sollte eine Frau oder ein Mädchen niemals beschämen, isolieren oder unterdrücken.”

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Golfen und helfen

Es war eine Premiere – und es wird kein Einzelfall bleiben. Zum ersten Mal wurde am ersten Juni-Sonntag der Gejja Charity Cup ausgetragen: ein Golf-Wettkampf, dessen Erlös Mädchen und Frauen in Uganda zugutekommt. 48 Teilnehmer ließen sich in Nettetal beim Golfclub Hans Bey registrieren – und erspielten eine Spende in Höhe von 3.200 Euro.

Der Betrag kommt der Gejja Women Foundation zugute. Deren Ziel hatte Rebecca Trienekens-Domrös, die Vorsitzende des deutschen Gejja e.V., den Teilnehmern vor Beginn des Turniers erläutert: „Frauen bekommen die Chance, gut ausgebildet, wirtschaftlich unabhängig und selbstbestimmt Kontrolle über ihren Körper und ihr Leben zu bekommen, was in Uganda derzeit die Ausnahme ist.“

Sieben Gejja-Mitglieder informierten Teilnehmer und Gäste darüber hinaus über die Aktivitäten des Vereins und die Arbeit der Gejja Women Foundation in Uganda. Und dazu gab’s Kuchen und Getränke, die fürs Wohlbefinden sorgten.

Zum guten Zweck passte das ausgesprochen gute Wetter. So wurde der Tag für die Teilnehmer weit mehr als ein gutes Werk: Sie hatten, wie sie anschließend versicherten, ausgesprochen viel Freude daran, gleichzeitig golfen und helfen zu können.

Für Golf-Kenner: Gespielt wurde über 18 Loch, und die letzten Flights spielten 5:45 Stunden. Den Wanderpokal holten sich übrigens Frank Wolfarth und Astrid Kehr – mit 40 Nettopunkten.

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Lauter dicke Fische im Netz

Was für ein großartiges Ergebnis: Das Gejja Fish Farming Project in Mpigi (Uganda) übertrifft selbst optimistische Erwartungen. Denn die Fische, die im Juni aus den Fischzucht-Teichen entnommen werden, wiegen sämtlich zwischen 350 und 400 Gramm. Für den August rechnen die Betreiberinnen sogar mit einem Durchschnittsgewicht von 700 Gramm.

Drei Fischteiche werden im Rahmen dieses Projekts von jeweils drei Frauen betreut. In jedem Teich werden rund 2.500 Fische gezüchtet. Dabei handelt es sich ausschließlich um Nil-Tilapia. Eine sehr anpassungsfähige Fischart, die relativ schnell zu marktreifer Größe heranwächst.

Mit Hilfe des Fischzuchtprojekts wird somit nicht nur für den Lebensunterhalt der engagierten Frauen und deren Familien gesorgt. Es zielt auch darauf ab, die Ernährung der lokalen Bevölkerung und der benachbarten Gemeinden zu verbessern.

Gestartet wurde das Projekt im vergangenen Jahr, wobei zunächst entsprechendes Land vorbereitet werden musste. Anschließend konnten Teiche gebaut und Fische beschafft werden. Gleichzeitig ließen sich die Frauen von Yasin Kasadha schulen. Der Experte für den Bereich Fish Farming im Iganga District in Uganda überwachte anschließend auch den Zustand des Wassers und der Fische. Mit dem Ergebnis ist Kasadha sehr zufrieden. „Die Frauen haben allesamt wirklich sehr gute Arbeit geleistet.“

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Hygiene im Flüchtlingscamp

Es hat die Einwohnerzahl einer Großstadt, doch es ist ein Flüchtlingscamp in Norduganda: das Rhino-Camp, in dem mehr als 120.000 Flüchtlinge überwiegend aus dem Südsudan leben. Zusammen mit den Maltesern hat die Gejja Women Foundation dort ein einzigartiges Projekt realisiert: Männer und Frauen wurden darin unterrichtet, Menstruationsartikel herzustellen. Diese Safe-Girl-Binden sind wiederverwendbar und nachhaltig, da sie aus natürlichen Rohstoffen hergestellt werden. 

Ziel ist es, dort in Zukunft 25.000 Binden zu produzieren. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Denn zunächst mussten die Männer und Frauen nicht nur über Menstruation im Allgemeinen informiert werden, sondern insbesondere auch die Fertigung der Binden selbst erlernen.

Im Safe-Girl-Produktionsraum in der Ocea Zone sind derzeit 22 Schneider und Schneiderinnen tätig, die nicht zuletzt dank der Unterstützung durch die GIZ für ihre Tätigkeit auch bezahlt werden. Weiteres Training ist allerdings ständig vonnöten, da der Umgang mit Handnadeln und Nähmaschinen nur wenigen vertraut war. 

Dennoch ist das erste Fazit ausgesprochen ermutigend: Denn in fünf Tagen konnten im Produktionszentrum 2.288 wiederverwendbare Safe-Girl-Damenbinden produziert werden. 

„Wir sind davon überzeugt, dass die Projektteilnehmer jetzt in der Lage sind, die Produktion zügig fortzusetzen“, sagt Safe-Girl-Mitarbeiterin Ndagire Raynard und hat gleich ein neues Ziel vor Augen: „Es ist geplant, in zwei andere Zonen des Rhino-Camps zurückzukehren, um dort weitere Packungen zu produzieren.“

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Für Frauen, die was unternehmen

„Wenn Frauen und Mädchen lernen, verdienen und sparen können, werden sie in die Lage versetzt, in ihrem Umfeld aktiv den Wandel voranzutreiben.“ Genau diese Erkenntnis setzt Ndagire Raynard als Leiterin des Gejja Acceleration Program in die Praxis um. Sechs Wochen lang wurden 17 Frauen im Alter von 20 bis 77 Jahren intensiv geschult.

Konkret ging es um Kenntnisse in den Bereichen Unternehmertum und Unternehmensentwicklung. Die sollen ihnen helfen, eigene Unternehmen problemlos zu führen. Schon während des Programms wurden mit Unterstützung der Gejja Women Foundation neue Ideen entwickelt – etwa auf dem Gebiet der Geflügelzucht und der Buchherstellung.

Mit dem Acceleration Programm, das sich in Schulungs- und Mentorenprogramme aufteilt, soll Frauen der Zugang zu finanzieller Unterstützung in Form eines kostenlosen Mikrokredits verschafft werden. Das Programm stieß bereits im ersten Anlauf auf so viel positive Resonanz, dass sich bereits wenige Wochen nach dem Start eine zweite Frauengruppe unterrichten ließ.