GEJJA News

Mit Gejja zum Ziel: Frauen auf Erfolgskurs

Was brauchen Frauen, um ihr volles Potenzial im persönlichen und geschäftlichen Bereich zu entfalten? Die richtigen Werkzeuge und kompetente Unterstützung. Genau die bekommen sie in einem sechswöchigen Förderangebot – dem Gejja Acceleration Program.

Im Frühjahr 2023 gestartet, läuft inzwischen die dritte Kohorte dieses Programms. Derzeit nehmen elf Frauen an diesem außergewöhnlichen Angebot teil. Dabei geht es auch um die persönliche Entwicklung – etwa durch das Verlassen der eigenen Komfortzone, die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeiten und das Setzen von Zielen. Daneben vermitteln Workshops das notwendige das Wissen für den Aufbau und das Wachstum ihrer Kleinunternehmen. Themen sind unter anderem: die Entwicklung neuer Ideen, deren Planung und Umsetzung.

Mit dabei ist auch Augustine Semuddu (Foto). Er will seine Frau dabei unterstützen, sich ihren großen Traum zu erfüllen: Mit gutem Kaffee gutes Geld verdienen. Dank der Fähigkeiten, die beide während der Schulungen erwerben, sind sie nun dabei, ihr Geschäft zu strukturieren und ihre Ideen umzusetzen. Doch Augustine will mit seiner Teilnahme nicht nur seine Frau unterstützen, er will auch Vorbild für andere Männer sein. „Die können hier nämlich auch noch eine Menge lernen.“

Frister Namaganda (Foto), ein junges Mädchen aus einer ländlichen Gegend von Bulyasi Mpigi, gründete ihr eigenes kleines Unternehmen für selbstgemachte Flüssigseife. Nach der Teilnahme am Programm stiegen ihre Umsätze signifikant.

Und eine Gruppe von alleinstehenden Müttern baute einen kleinen Geflügelzuchtbetrieb auf. Heute erwirtschaftet ihr Betrieb nicht nur ein Einkommen, sondern wird auch von anderen Frauen in der Gemeinde als beispielhaft angesehen. Auf dem Foto zu sehen sind drei der Gründerinnen (von links): Madina Nanyombi, Mary Kayonza und Suzan Najjuko.

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Stolz und Glück im Flüchtlingscamp

2023 startete eine der bislang größten Schulungsprogramme der Gejja Women Foundation: Zusammen mit der Hilfsorganisation Malteser International zeigte ein Team aus Mpigi im Januar und Mai Männer und Frauen aus dem Rhino Camp in Norduganda, wie sie Safe-Girl-Binden herstellen können.  

Knapp ein Jahr nach ihrem ersten Besuch ist das Safe-Girl-Team Ende Januar 2024 wieder im Rhino Camp. Hier leben mehr als 120.000 Flüchtlinge. Die meisten stammen aus dem Südsudan. Wie im vergangenen Jahr hatte auch diesmal wieder Malteser International dem Gejja-Team den Auftrag erteilt.  Das gemeinsame Ziel: die Produktion von 5.000 Hygiene-Sets. Zu einem Safe-Girl-Set gehören zwei wiederverwertbare Binden, eine Unterhose und Seife.

40 Flüchtlinge, darunter auch zahlreiche Männer, konnte das Gejja-Team mit dieser wichtigen Aufgabe betrauen. „Wir sind sehr glücklich, über das große Engagement dieser Männer und Frauen“, sagt die Gründerin der Gejja Women Foundation, Marjorie Angella Atuhurra. Sie weiß: Ein Mangel an Hygieneprodukten kann Mädchen in Flüchtlingslagern davon abhalten, in die Schule zu gehen. Ohne Bildung bleibt diesen Teenagern meist keine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben. Marjorie bringt es kurz und knapp auf den Punkt: „Man mag es kaum glauben, aber mit der Bereitstellung wiederverwendbarer Binden lässt sich der Kreislauf der Armut durchbrechen. Denn Bildung ist die Basis für ein gutes Leben“

Doch die Produktion wiederverwertbarer Binden geht für Marjorie und ihr Team allerdings weit über die Befriedigung eines Grundbedürfnisses hinaus. „Es geht um Fragen der Würde, der Gesundheit, der Bildung, der wirtschaftlichen Befähigung und der ökologischen Nachhaltigkeit.“ Es handele sich um einen ganzheitlichen Ansatz zur Unterstützung des Wohlergehens und der Rechte von Frauen und Mädchen in schwierigen Situationen.

Dass sie dazu beigetragen können, die Würde von Frauen und Mädchen zu stärken, erfüllt die beteiligten Projekt-Mitarbeiter mit Stolz und großem Glück – und davon gibt es in einem Flüchtlingscamp vermutlich nicht sehr viel.

Wer mehr über das Projekt im Rhino Camp erfahren will, findet unter den aufgeführten Links noch eine Menge Informationen und Emotionen. Die Videos zeigen eindringlich, wie wichtig die Unterstützung der Gejja Women Foundation vor Ort ist.

https://www.instagram.com/p/C2y-4OZIbvC/

https://www.instagram.com/p/C21o4d0Lhd5/

https://www.instagram.com/p/C3HvbyGMAW2/

https://www.instagram.com/p/C3h5HHUoqs6/

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Raubüberfall am frühen Morgen

Sie kamen, als die Menschen noch schliefen und schnappten sich alles, was wertvoll war: Telefone, Computer, Bargeld und große Mengen an Haushaltsmaterialien. „Sie haben uns vieles genommen, was wir dringend für die Unterstützung der Frauen vor Ort und in den angrenzenden Dörfern brauchen“, sagt Marjorie Angella Atuhurra, nachdem der Raub am Dienstag, 06. Februar 2024 entdeckt worden war. Die Gründerin der Gejja Women Foundation und ihr Team sind erschüttert über den schweren Diebstahl, weil sie nun in ihrer Arbeit stark behindert sind. Hinzu kommt die Sorge um die Sicherheit ihres Teams, der freiwilligen Helfer und der von der Gejja Women Foundation betreuten Menschen.

Große Hoffnung setzt das Team auf die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden. „Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen, um den Raub aufzuklären“, sagt Marjorie. Sie hofft auch auf Hinweise aus der Bevölkerung, die sie eindringlich bittet, an der Aufklärung teilzunehmen.

Obwohl die Diebe alles Wertvolle geraubt haben, eines konnten sie dem Team nicht nehmen: Den unbedingten Willen, Frauen in der Gemeinschaft zu unterstützen und zu befähigen, ihr Leben lebenswert zu machen – so wie es in der Mission der Gejja Women Foundation niedergeschrieben ist.

Doch mit Willen allein, kommen die gestohlenen Gegenstände nicht wieder. Und vor allem nicht sofort. Doch das sollten sie, damit das Team in Mgipi schnell wieder seine wertvolle Arbeit aufnehmen kann. Deshalb eine große Bitte an die Leser: Helfen Sie den Frauen und Mädchen mit Ihrer Spende. Jeder Euro zählt.

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DFCU-Workshop in Nairobi: Lernen, Kontakte knüpfen, Freude erleben

Raynard Ndagire Gorret ist eine Wiederholungstäterin. Und das aus ganzem Herzen. Wo immer sich die Gelegenheit ergibt, informiert die Gejja-Co-Founderin über ihr Herzensprojekt: die Safe-Girl-Initiative. Mit ihrem Fachwissen über Menstruation, Sexualität und Produktion von wiederverwertbaren Hygienebinden konnte sie auch die DFCU Bank überzeugen, die im vergangenen Jahr die 6. Staffel der Rising Woman Campaign initiierte.

Die Rising Woman Campaign läuft seit 2018. Ihr Ziel: Sie will ugandischen Gründerinnen und Kleinunternehmerinnen mit verbesserten Zugängen zu Informationen, Schulungen und finanziellen Lösungen helfen, ihre Organisationen erfolgreich weiterzuentwickeln.

An der jüngsten Staffel hatten sich 2023 hunderte Frauen beteiligt. 20 davon konnten ihre Vorschläge präsentieren. Die besten zehn wurden prämiert. Mit dabei: Raynard Ndagire Gorret, die das Safe-Girl-Projekt vorstellte. Der Lohn für ihre Präsentation: ein zweitägiges Mentoren- und Wirtschaftstraining in Nairobi. „Für mich war es bereits ein Privileg, unser Projekt vorzustellen. Umso mehr habe ich mich auf die Teilnahme an dem Workshop gefreut“, sagt Raynard.

Für die junge Frau waren die beiden Tage ein aufregendes Erlebnis, denn sie lernte namhafte kenianische Unternehmerinnen und Expertinnen kennen. Unter anderem mit dabei: Dr. Patricia Murugani, Gründerin und CEO von Breakthrough Leadership Transformation; Rina Hicks, Investment Banker und Professional Coach, und Sally Kahiu, Leiterin Unternehmenskommunikation und Marketing bei Kenya Association of Manufacturers.

Auch der Besuch von Unternehmen wie Vivo Active Wear, (Produzent für Damenbekleidung), Java House (eine der führenden Kaffeemarken in Afrika mit Filialen in 14 Städten des Kontinents) und Wedgehut Food Processing (Verarbeiter von Kartoffeln) gehörte zum Programm.

Die Themen, die in den Workshop behandelt wurden, stießen bei Raynard und ihren Mitstreiterinnen auf großes Interesse. „Wir erfuhren eine Menge über Kommunikation,  Nachhaltigkeit und über die Automatisierung von Geschäftsprozessen mit Hilfe von standardisierten Verfahren“, sagt Raynard. Sehr wichtig für sie waren auch die Informationen, wie man richtig delegiert: „Oft fühlen wir uns unentbehrlich. Das verursacht Stress bis hin zum Burnout. Wenn wir lernen, Aufgaben vertrauensvoll ans Team abzugeben, kann das den Druck mindern und eine gesündere Work-Life-Balance fördern.“

Am Ende erwartete die zehn Teilnehmerinnen des Workshops dann noch ein unliebsames Thema: Was können wir tun, wenn unsere Unternehmung scheitert? „Auch wenn ich das derzeit wirklich nicht erwarte, so war es doch eine wichtige Information, wie man mit unvorhergesehenen Umständen umgehen und Ausstiegspläne entwickeln kann“, sagt Raynard und betont: „Das ist ein proaktiver Schritt, um die Nachhaltigkeit und Stabilität von Unternehmungen langfristig zu gewährleisten.“

Neben dem dicht gepackten theoretischen Programm hatten die Frauen auch genügend Zeit, um Kontakte zu knüpfen. Raynard nutzte die Gelegenheit unter anderem für ein Gespräch mit einem Mitarbeiter von Vivo active wear. Das Unternehmen bezieht seine Stoffe aus einem Nachbarland. Das hatte Raynards Interesse geweckt: „Vielleicht können wir die Stoffe für die Produktion unserer wiederverwertbaren Binden dort beziehen. Wir werden auf alle Fälle Preise einholen.“