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Dafür müssen sie bluten

Der 28. Mai ist für viele Organisationen und Initiativen jedes Jahr ein besonderes Datum. Seit 1962 wird an diesem Tag der Amnesty International Day gefeiert, seit 1987 der Internationale Aktionstag für Frauen und seit 2011 der World Hunger Day. 2013 rief die zwei Jahre zuvor gegründete gemeinnützige Organisation WASH united in Berlin den Menstrual Hygiene Day (MHD) ins Leben. Seitdem mahnt der 28. Mai jedes Jahr, dass Scham und Vorurteile beim Thema Menstruation überwunden werden müssen.

2024 stand der MHD unter dem Motto #PeriodFriendlyWorld. In dieser Welt hat jede Frau Zugang zu sicheren Menstruationsprodukten, Aufklärung und sauberen Toiletten. Doch die Realität sieht anders aus. Periodenarmut, also der Verzicht auf Binden oder Tampons, ist weltweit ein großes Problem. Schätzungsweise haben 500 Millionen Menstruierende keinen Zugang zu Hygieneprodukten, weil sie arm sind und sich keine Binden oder Tampons leisten können.

Stattdessen greifen Mädchen und Frauen in Uganda auf Lumpen, Gras oder Bananenblätter zurück. Trotzdem sickert das Blut durch – für die Menstruierenden eine unsägliche Scham. Oft verlassen die Mädchen deshalb die Schule. In Uganda sind es schätzungsweise 25 Prozent. Ohne Schulbildung haben sie kaum eine Chance, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen; frühe Eheschließungen und Mutterschaft sind oft die Folge.

Umso wichtiger ist deshalb die Arbeit von NGO wie der Gejja Women Foundation.

„Die Menstruation muss endlich als das verstanden werden, was sie ist – ein natürlicher Prozess und essentiell für die Fortpflanzung“, sagt Catharine Nakayemba. Für die Gejja-Mitbegründerin stehen deshalb Aufklärung und der Zugang zu erschwinglichen Hygieneprodukten im Fokus ihrer Arbeit. Aktuelle Zahlen sprechen für sich: Die Aufklärungskampagnen erreichten mittlerweile rund 100.000 Menschen; 2023 wurden über 50.000 Safe-Girl-Hygiene-Sets produziert und rund 2.000 Männer und Frauen lernten, wie man Monatsbinden herstellt. Damit kommt das Gejja-Team seinem großen Ziel Tag für Tag ein bisschen näher. Catharine Nakayemba: „Wir wollen mit dem Safe-Girl-Projekt dazu beitragen, dass keine Frau wegen ihrer Periode ausgegrenzt oder unterdrückt wird.“