Wenn wir die Hoffnung verlieren, Frieden in der Welt zu erwirken, haben wir jetzt schon verloren“, mahnte der Kölner Pfarrer Franz Meurer bei einer Podiumsdiskussion in Köln. Die Veranstaltung zum Thema „Kümmert uns die Armut der Welt nicht? Oder sind wir überfordert?“ lockte Ende September zahlreiche Interessierte in den Kölner Presseclub. Neben Meurer diskutierten die Unternehmerin und Gejja e.V-Initiatorin Rebecca Trienekens-Domrös sowie Clemens Graf von Mirbach-Harff, Generalsekretär von Malteser International, über die Grenzen und Möglichkeiten der Hilfe in der Welt.
Einigkeit bestand auf dem Podium darin, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, die Welt zum Positiven zu verändern. Mirbach-Harff betonte den Stellenwert „hauptamtlicher” Helfer. Pfarrer Meurer hob – wie immer leicht spitzbübisch – den Wert der Hilfe für den Helfenden hervor: „Wer anderen hilft, kommt sicher in den Himmel.”
Rebecca Trienekens-Domrös zeigte den Zuhörern, wie man die Welt tatsächlich positiv verändern kann: Sie berichtete über das Engagement des Gejja e.V. in Afrika. Der Verein ist der deutsche Ableger der Gejja Women Foundation in Uganda. Die Organisation unterstützt Mädchen und Frauen aus dem ländlichen Bereich dabei, durch wirtschaftliche Unabhängigkeit und Bildung, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Im Fokus stehen dabei auch Aufklärungskampagnen in Schulen und Gemeinden rund um das Thema Menstruation. Rebecca Trienekens-Domrös: „Dabei verteilen wir kostenlos wiederverwertbare Hygieneartikel, die im Projekt hergestellt werden.“
Für die Unternehmerin ist es besonders wichtig, dass alle aus dem deutschen Team den Menschen in Afrika auf Augenhöhe begegnen. „Wir entscheiden nicht nach Gutsherrenart, was vor Ort gebraucht wird, sondern richten uns einzig und allein nach den Wünschen und Bedürfnissen unseres afrikanischen Teams.“
Sehr groß ist im Gejja-Projekt das Bedürfnis nach Bildung. „Wir wissen, dass Bildung einen entscheidenden Einfluss auf die Armutsbekämpfung hat“, sagte Trienekens-Domrös. Das zeige auch eine Studie der Uganda Demographic Health Survey: Frauen mit höherer Bildung bekommen im Durchschnitt drei bis vier Kinder weniger als Frauen ohne Bildung. Bei einer Gesamtbevölkerung von rund 46 Millionen Einwohnern, von denen knapp die Hälfte jünger als 15 Jahre alt ist, liegt der Einfluss der Bildung auf das Bevölkerungswachstum und Armut auf der Hand.
Trotz der Erfolge in unterschiedlichen Projekten in allen Teilen der Welt warnte das Podium allerdings vor Überforderung angesichts der zahlreichen Krisenherde. Rebecca Trienekens-Domrös: Wir können nicht die ganze Welt retten. Aber können nach Lösungen für die Probleme jener Länder suchen, die durch europäischen Kolonialismus und damit verbunden durch die Ausbeutung geschwächt wurden.”