Früher Morgen in Bulyasi. Stimmen klingen durch die Luft. Schuhe treten in roten Staub. Menschen lachen, begrüßen einander, ziehen ihre T-Shirts glatt. Dann setzen sie sich in Bewegung. Rund 100 Frauen und Männer laufen beim zweiten „Walk for Her Flow“ gemeinsam los. Sie kommen aus kleinen Dörfern, aber auch aus Städten wie Kampala und Entebbe.
Die Sportlerinnen und Sportler laufen jedoch nicht einfach. Sie laufen für ein wichtiges Ziel: Sie wollen sichtbar machen, was oft übersehen wird. Sie wollen das Thema Menstruationsgesundheit in den Fokus stellen. Offen. Klar. Ohne Scham. Und sie wollen Geld sammeln, damit Frauen mit Behinderungen endlich die Unterstützung bekommen, die sie nötig brauchen.
Der Weg führt die Teilnehmenden in den Mpanga Forest. Grüne Wege. Warme Sonne. Drei Strecken. Fünf, zehn, fünfzehn Kilometer. Manche bleiben im Schatten der Bäume. Andere gehen weiter durch Dörfer und über Straßen. Unterwegs entstehen Gespräche. Nähe. Vertrauen.
Doch dieser Tag bewegt mehr als nur die Beine. Wer an den Start geht, hat zuvor in ein Walking-Kit aus T-Shirt, Tasche und SafeGirl-Flasche investiert. Rund 200 dieser Kits werden verkauft. Mit Spenden der beiden Organisationen Rotaract und Rotary (Upper Kololo), die zur weltweiten Rotary-Bewegung gehören, kommen so fast acht Millionen Uganda-Schilling zusammen – 2.000 Euro für die Finanzierung von Menstruationskits, die das Leben von Frauen mit Behinderung aus dem Distrikt Mpigi verbessern werden.
Doch nicht alle Teilnehmenden an dem großen Tag waren sportlich unterwegs: Etwa 30 Frauen blieben während des Walks auf dem Gelände der Gejja Foundation, weil sie nicht mitlaufen konnten. Aber auch für sie ist es ein besonderer Tag voller Lachen und Gespräche. Nach der Rückkehr auf das Gejja-Gelände feiern alle zusammen. Sie essen gemeinsam und genießen eine Aufführung traditioneller Tänze, die von Trommeln begleitet werden. Alle sind sichtlich zufrieden. Darüber freut sich niemand mehr als Chandiru Mariam Flavia. Die Moderatorin des Abschlussprogramms bringt das Ziel des Tages ganz einfach auf den Punkt: „Der „Walk for Her Flow“ zeigt, was entsteht, wenn viele handeln. Er schafft Wissen. Er öffnet Gespräche. Und er gibt Frauen die Mittel, ihr Leben selbst zu gestalten.“