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Warum sich jeder Euro in die Förderung lohnt

Warum sich jeder Euro in die Förderung lohnt

Große Freude und große Erleichterung: Evelyn Nalubowa hat ihre Schulzeit mit der höchsten Punktzahl von allen beendet.

Auch wenn die Zahl 19 für die meisten Menschen kaum von Bedeutung ist, für Evelyn Nalubowa ist sie etwas ganz Großes: Sie ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass sie ihre Schulzeit an der St. Bruno High School glänzend beendet hat. Als Einzige erreichte sie 19 Punkte. Ein bemerkenswertes Ergebnis, welches ihr Abschlusszeugnis, das Uganda Advanced Certificate of Education, zusätzlich aufwertet.

Nun will sie das nächste Kapitel ihres Lebens aufschlagen: ein Studium an der juristischen Fakultät der Makere Universität, der ersten Universität Ugandas in der Hauptstadt Kampala. Die Bewerbung läuft. Ob sie angenommen wird, darüber muss sich Eve, wie sie kurz und liebevoll genannt wird, mit dieser Note vermutlich keine Gedanken machen. 

Dass es die 21-Jährige so weit geschafft hat, ist neben ihrer Klugheit, vor allem ihrem starken Willen zu verdanken. Denn: Erfolg wurde ihr nicht in die Wiege gelegt. Sie war noch ein Kind, als der Vater ihre Mutter und die drei Geschwister verließ. Fortan musste sie im Haushalt helfen und auch für Geld sorgen, damit die Familie überleben konnte. Zeit für die Schule blieb kaum. Aber Eve nutzte jede freie Minute, um zu lernen und zu malen. „Als ich die vielen Zeichnungen in ihrem Zimmer entdeckte, wusste ich, das Mädchen hat Talent“, sagt Marjorie Angella Atuhurra. Die Gründerin der Gejja Women Foundation sorgte deshalb dafür, dass Eve durch das Bildungsprogramm der Stiftung finanziell unterstützt wird. 990 Euro im Jahr deckten die Kosten für das Internat inklusive Schulgeld, Unterkunft und Verpflegung ab. So konnte sich Eve voll auf die Schule konzentrieren.

Das war 2017. Eve war damals 14 und träumte von einer Karriere als Künstlerin, die mit ihren Werken Menschen Freude machen wollte. Heute, sieben Jahre später, ist Malen noch immer ihre große Leidenschaft, aber ihr Berufswunsch hat sich völlig gedreht: Sie will Jura studieren und Anwältin werden. Über diese Entscheidung freut sich auch Marjorie und sieht Eve jetzt schon als streitbare Feministin. „Wir hoffen sehr, dass sie sich als Anwältin vor allem für die Belange von Frauen einsetzen wird.”

Vorbilder für solche Aufgaben hat Eve genug. An der Makere Universität haben viele Frauen studiert, die sich später einen Namen in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft gemacht haben. Rebecca Kadaga zum Beispiel. Sie ist die erste Frau, die in der Geschichte des Parlaments von Uganda, zur Parlamentspräsidentin gewählt wurde. Oder Stella Nyanzi. Die 50-jährige Genderforscherin und Feministin wurde im April 2017 verhaftet, weil sie den ugandischen Regierungschef Yoweri Museveni und dessen Frau Janet, die Bildungsministerin des Landes, in einem Streit um Monatshygiene-Produkte für Mädchen beleidigt hatte. Im Februar 2020 kam Nyanzi frei. Seit Januar 2022 lebt sie im Exil in Deutschland.

Auch für Marjorie sind Frauen wie Kadaga und Nyanzi hervorragende Beispiele dafür, dass Bildung die einzige Möglichkeit ist, um die Stellung von Frauen und Mädchen in der Gesellschaft zu stärken: „Wenn Mädchen gebildet sind, können sie sich entfalten, Barrieren überwinden und zu Führungspersönlichkeiten heranwachsen.” 

Evelyn Nalubowa hat diese Chance mit Hilfe der Gejja Women Foundation ergriffen. Und sie soll nicht die Einzige bleiben. Marjorie Angella Atuhurra: „Unser Bildungsprogramm wird auch in Zukunft, mutigen, klugen und entschlossenen Mädchen, die Möglichkeit für einen guten Schulabschluss bieten.”


 

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