GEJJA News

Golfen, helfen, Zukunft schenken

Manche Termine gehören einfach zum Jahr. Ostern zum Beispiel. Oder Karneval. Sie sind fest im Kalender verankert und werden voller Vorfreude erwartet. Für viele Mitglieder und Freunde der Golfanlage Haus Bey in Nettetal zählt das Gejja Charity Golfturnier inzwischen dazu. Bereits zum vierten Mal kamen Golferinnen und Golfer am Sonntag, 14. Juni 2026, zusammen, um Sport, Gemeinschaft und soziales Engagement miteinander zu verbinden.

Was vor einigen Jahren als gute Idee begann, hat sich längst zu einer kleinen Tradition entwickelt. Einer Tradition, die Menschen zusammenbringt und weit über den Golfplatz hinaus Wirkung entfaltet. 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen in diesem Jahr an den Start. Über den Fairways hing zwar ein dichter Wolkenteppich, doch die Stimmung hätte kaum besser sein können.

Entlang der Bahnen warteten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit frischen Waffeln, Kaffee und Kuchen. Es wurde gespielt, gefachsimpelt, gelacht und die besondere Atmosphäre genossen, die dieses Turnier seit Jahren auszeichnet. Darüber freut sich niemand mehr als Rebecca Trienekens-Domrös, Vorsitzende des Gejja e.V. „Ich bedanke mich bei allen, die sich für das Gelingen dieses Tags eingesetzt haben.“ Ein ganz besonderes Lob gehöre dem Organisationstalent von Isabel Otto-Duck (Geschäftsführerin der Golfanlage Haus Bey) und Annette Janßen (Clubsekretärin). Ihnen sei hauptsächlich zu verdanken, dass vor und während des Turniers alles reibungslos über die Bühne ging.

Am Abend setzte sich die gute Stimmung fort. Bei Musik von Rodney R. C. Moore wurde getanzt und gefeiert. Viele nutzten die Gelegenheit für Gespräche und Begegnungen. Es war einer dieser Tage, an denen man spürt, wie viel Freude gemeinsames Engagement machen kann.

Doch die eigentliche Bedeutung des Turniers reicht weit über Nettetal hinaus. Dank der Startgelder, Spenden und der Tombola kamen zunächst 7.075 Euro zusammen. Als Golfclub-Präsident Henk de Bruin den Betrag spontan auf 7.500 Euro erhöhte, war die Freude groß.

Mit diesem Geld wird wieder die Gejja Women Foundation unterstützt. Dort erhalten Frauen und Mädchen neue Chancen auf Bildung, auf eigenes Einkommen und auf ein selbstbestimmteres Leben. Jeder Euro hilft dabei, Perspektiven zu schaffen und Veränderungen anzustoßen.

Haus-Bey-Mitglied Angelika Odenius, die entscheidend bei der Vorbereitung des 4. Gejja Charity Turniers mitgewirkt hat, bringt es auf den Punkt: „Das Turnier verbindet inzwischen Jahr für Jahr zwei Welten miteinander: einen besonderen Tag voller Gemeinschaft in Nettetal und neue Möglichkeiten für Frauen und Familien in Uganda.“ Eine schöne Tradition – und eine, die viel bewirkt.

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Warum Faith nach Südafrika reiste

Wenn Faith Nakayemba, Mitgründerin der Gejja Women Foundation und der Safe-Girl-Initiative, von ihrer Einladung nach Südafrika erzählt, wird schnell deutlich: Dort ging es um weit mehr als eine Konferenz des African Menstrual Product Standard & Market Development Forums. In Johannesburg traf Faith Menschen aus vielen afrikanischen Ländern, die sich wie Gejja für die Gesundheit und Zukunft von Mädchen und Frauen engagieren – unter anderem Regierungsvertreter, Forschende, Hersteller und nichtstaatliche Organisationen. Schnell wurde deutlich: Die Herausforderungen ähneln sich oft – und genauso die Ideen, wie man sie lösen kann.

Vor Ort konnte Faith nicht nur neue Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen, sondern auch die Arbeit von Gejja auf einer internationalen Bühne vorstellen. In einer Podiumsdiskussion berichtete sie aus der Praxis und schilderte, welche Herausforderungen Hersteller von wiederverwendbaren Menstruationsprodukten im Alltag bewältigen müssen. Gleichzeitig machte sie deutlich, wie wichtig verlässliche Qualitätsstandards und faire Rahmenbedingungen sind, damit solche Produkte möglichst viele Mädchen und Frauen erreichen können.

Besonders beeindruckend war für Faith der Austausch mit Menschen aus ganz Afrika. Viele Organisationen stehen vor ähnlichen Aufgaben: Sie wollen Menstruationshygiene verbessern, Aufklärung fördern und Mädchen den Schulbesuch erleichtern. Dabei wurde deutlich, dass die Erfahrungen aus Uganda auch für andere Länder wertvoll sind.

Mit vielen neuen Ideen, Kontakten und Impulsen kehrte Faith nach Mpigi zurück. Die Reise hat einmal mehr gezeigt, dass Gejja längst Teil eines wachsenden afrikanischen Netzwerks ist. Gemeinsam arbeiten engagierte Menschen daran, Mädchen und Frauen bessere Chancen, mehr Gesundheit und mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen. Oder wie Faith es ausdrückt: „Klare und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen Vertrauen und eröffnen neue Möglichkeiten für die Zukunft. Genau dafür setzt sich Gejja jeden Tag ein.”

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Ein Tag, der Augen öffnet und Hoffnung schenkt

Manchmal genügt ein klarer Blick, um ein Leben zu verändern. Deshalb freut sich das Gejja-Team sehr über ein besonderes Projekt: Gemeinsam mit dem Mengo Hospital und der Christian Blind Mission (CBM) konnte es auf dem Gelände in Mpigi ein kostenloses Augencamp für die Bevölkerung organisieren. Rund 72 Menschen nutzten die Gelegenheit, ihre Augen untersuchen zu lassen. Viele von ihnen hätten sich eine solche Untersuchung sonst niemals leisten können.

Zum Team des Mengo Hospital und der Christian Blind Mission (CBM) gehörten neun medizinische Fachkräfte. Nach ersten Sehtests untersuchten sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehend. Einige erhielten Augentropfen oder eine Sehhilfe. Andere wurden für weiterführende Behandlungen an das Mengo Hospital überwiesen.

Besonders wichtig war die Möglichkeit, dringend benötigte Augenoperationen zu vermitteln. Während ein solcher Eingriff normalerweise etwa 1,3 Millionen Uganda-Schilling kostet – umgerechnet rund 320 Euro –, können Betroffene nun für lediglich etwa 20 Euro behandelt werden. Für viele Familien ist das der Unterschied zwischen Hoffnung und Aussichtslosigkeit.

Das Gejja-Team ist stolz darauf, dass es gemeinsam mit den Partnern Menschen helfen konnten, die sonst keinen Zugang zu augenmedizinischer Versorgung hätten. Wer wieder sehen kann, gewinnt nicht nur Lebensqualität zurück. Er gewinnt Selbstständigkeit, Sicherheit und neue Perspektiven für die Zukunft.

Ein herzlicher Dank gilt dem Mengo Hospital und der Christian Blind Mission. Mit ihrer Unterstützung wurde aus einer medizinischen Maßnahme ein Tag voller Hoffnung für viele Familien in Mpigi.

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Wo Zukunft ein Zuhause findet

Mit dem Bau der neuen Main Hall in Mpigi entsteht weit mehr als nur ein Gebäude. Es entsteht ein Ort, an dem Frauen und Mädchen lernen, arbeiten, sich austauschen und ihre Zukunft selbst gestalten können.

Die Gejja Women Foundation hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Zentrum für Frauenförderung in Uganda entwickelt. Allein 2025 erreichten ihre Programme bereits mehr als 100.000 Menschen. Doch die vorhandenen Räume sind längst zu klein geworden. Trainings müssen auf mehrere Räume verteilt werden, größere Veranstaltungen sind kaum möglich, und auch die Produktion unserer Safe-Girl-Hygienebinden stößt an ihre Grenzen. Und genau hier setzt das neue Projekt an.

Ein Gebäude mit vielen Funktionen

Die Main Hall wird ein modernes zweigeschossiges Gemeinschafts- und Trainingszentrum mit einer Gesamtfläche von mehr als 330 Quadratmetern. Im Erdgeschoss entstehen großzügige Produktions- und Schulungsräume für die Herstellung wiederverwendbarer Menstruationshygieneartikel. Hinzu kommen Lagerflächen, Umkleideräume und Arbeitsbereiche für praktische Trainings.

Im Obergeschoss entsteht die eigentliche Main Hall. Sie bietet Raum für bis zu 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ergänzt wird sie durch Büroräume, Sanitäranlagen und Begegnungsflächen für Austausch und gemeinsames Lernen.

Warum dieses Projekt notwendig ist

Der bisherige Produktionsraum umfasst nur rund 41 Quadratmeter. Dort arbeiten bereits heute acht Näherinnen an elf Nähmaschinen, Schneidetischen und Lagermaterial auf engstem Raum. Praktische Schulungen können deshalb nur in sehr kleinen Gruppen stattfinden. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Trainings, Workshops und Veranstaltungen kontinuierlich. Partnerorganisationen, Schulen und Gemeinden fragen immer häufiger nach Angeboten der Gejja Women Foundation. Die neue Main Hall schafft die Infrastruktur, die für die nächste Entwicklungsstufe unserer Arbeit dringend benötigt wird.

Mit dem neuen Zentrum will die Gejja Women Foundation:

  • die Produktionskapazitäten deutlich erweitern,
  • sichere und professionelle Arbeitsplätze schaffen,
  • mehr Frauen und Mädchen ausbilden,
  • größere Trainings und Veranstaltungen ermöglichen,
  • alle Gejja-Programme unter einem Dach zusammenführen.

Die Main Hall wird künftig Heimat für das Safe-Girl-Programm, Unternehmerinnen-Trainings, Start-up-Förderungen, Nähkurse sowie zahlreiche Gemeinschaftsveranstaltungen sein.

Die erwartete Wirkung

Schon unmittelbar nach der Fertigstellung werden sich die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen deutlich verbessern. Gleichzeitig können künftig Schulungen für deutlich größere Gruppen angeboten werden. Langfristig wird die Main Hall zu einem regionalen Zentrum für Bildung, wirtschaftliche Entwicklung und Frauenförderung werden. Frauen erwerben dort Wissen, praktische Fähigkeiten und Selbstvertrauen – Voraussetzungen für ein eigenes Einkommen und ein selbstbestimmtes Leben.

„Die Main Hall ist für uns weit mehr als ein Gebäude. Sie schafft Raum für Bildung, wirtschaftliche Unabhängigkeit und persönliche Entwicklung. Unser besonderer Dank gilt der Fürsorge- und Bildungsstiftung, die als größter Förderer dieses Projekt überhaupt möglich macht. Ihre Unterstützung wird das Leben vieler Frauen und Mädchen nachhaltig verändern“, sagt Rebecca Trienekens-Domrös, Geschäftsführerin Gejja e.V.

Auch in Uganda ist die Vorfreude groß. Angella Marjorie, Gründerin des Projekts: „Jeden Tag erleben wir Frauen, die lernen, wachsen und neue Perspektiven entwickeln. Die Main Hall wird uns ermöglichen, noch viel mehr Menschen zu erreichen und ihnen echte Chancen für die Zukunft zu eröffnen.“

Der Bauablauf

Nach einem umfangreichen Auswahlverfahren wurde das Bauunternehmen WAP Engineering Ltd. mit der Umsetzung beauftragt. Die Bauzeit beträgt rund acht Monate. Mit dem ersten Spatenstich im Juni 2026 haben die Arbeiten begonnen. Schritt für Schritt entstehen nun Produktionsräume, Trainingsbereiche, Büros und die große Main Hall, die künftig das Herzstück der Arbeit in Mpigi sein wird.

Das gesamte Gejja-Team ist stolz auf dieses Projekt. Rebecca Trienekens-Domrös: „Es ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer Zukunft, in der Frauen und Mädchen in Uganda ihre Chancen selbst gestalten können.”

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Inseln im Schatten

Als Ava das erste Mal auf die Fähre nach Kalangala stieg, dachte die 18-jährige Tübingerin, sie wisse, was sie erwartet. Sie hatte schon viele Outreaches der Gejja Women Foundation in Uganda begleitet, hatte über Menstruationsgesundheit aufgeklärt, und in praktischen Schulungen Frauen und Mädchen gezeigt, wie sie wiederverwendbare Damenbinden herstellen können. Aber als das Schiff den Anleger verließ und das Festland am Horizont verschwand, überkam sie ein leises, schwer zu greifendes Gefühl – als wäre sie im Begriff, eine unsichtbare Grenze zu überqueren.

Diese Grenze verteilt sich über 48 Kilometer Wasser, die Kalangala vom Festland trennen. Kalangala liegt auf Bugala Island, der größten der Ssese-Inseln im ugandischen Teil des Viktoriasees – dem zweitgrößten Süßwassersee der Welt. Auf seinen 84 Inseln, von denen 64 bewohnt sind, leben rund 60.000 Menschen. Kalangala ist ihr Verwaltungszentrum.

Was Ava dort sah, unterschied sich von den ländlichen Gebieten auf dem ugandischen Festland, die sie kannte. Wie auf vielen Inseln im Viktoriasee ist die Versorgungslage schwierig: Die Fähre fährt zwar mehrmals täglich, aber der Transport verteuert alles. Kleinere Inseln sind nur per Boot erreichbar. Dichte Palmöl-Plantagen lassen kaum Platz für eigene Landwirtschaft. Besonders deutlich wurden die Unterschiede, wenn das Team tief in die abgelegenen Communities fuhr – wie es für die Outreaches oft nötig war.

„Man hat das Bild im Kopf, das Europa von Armut hat – und normalerweise stimmt es überhaupt nicht“, sagt Ava, die im Sommer 2025 ihr Abitur gemacht hat und ein Jahr im Gejja-Team arbeiten will. „Aber wenn man weit draußen in den Gemeinden ist, merkt man, wie wenig dort ankommt, was zum Leben gehört. Selbst einfachste Dinge wie Stoff für die Menstruation kann sich kaum jemand leisten.“

Das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern ist in diesen Gebieten ausgeprägt: Fischer ziehen von überall her auf die Inseln, während Frauen und Mädchen kaum Möglichkeiten haben, sie zu verlassen. Die HIV-Prävalenz lag laut Studien zeitweise bei rund 27 Prozent. Staatliche Schutzstrukturen sind in den abgelegenen Teilen der Insel kaum vorhanden. Frauen sind wirtschaftlich oft von Männern abhängig – denn außer dem Fischfang gibt es wenige Erwerbsmöglichkeiten.

Als Ava mit dem Safe-Girl-Team der Gejja Women Foundation für zwei Wochen nach Kalangala fuhr, waren sie nicht allein: etwa zehn Menschen – Trainerinnen, ein Fotograf und ein Fahrer – reisten mit zwei Fahrzeugen zu Schulen und Gemeinden auf der Insel, täglich zwei bis vier Orte. Die erste Woche gehörte den Grundschulen, die zweite den Gemeinden. In beiden ging es um dasselbe: Menstruationsgesundheit, Hygiene, Wissen – und Hände, die lernen, selbst Binden zu nähen. „Ich freue mich immer sehr darüber, wenn die Frauen und Mädchen uns vertrauen und in Gesprächen ihre eigenen Erfahrungen schildern.“ So wie in Kalangala.

Jede Teilnehmerin erhielt ein Safe-Girl-Kit: zwei wiederverwendbare Binden, einen Slip, eine organische Mückenschutzseife und eine Aufbewahrungstasche. Für viele ein Novum. Menstruationsprodukte sind auf Kalangala kaum verfügbar – und wenn, dann für die meisten unbezahlbar. In Uganda gibt es Organisationen, die gegen Menstruationsstigma kämpfen. Aber kaum jemand richtet den Fokus auf die Inseln – genau dort, wo der Bedarf am größten ist.

Ava hat bei den vielen Outreaches viel Erfahrung gesammelt, aber die Fahrten tief in die Gemeinden auf Kalangala haben sich eingebrannt: die Kumulation der Entbehrungen, die Nähe und gleichzeitige Abgelegenheit, das Schweigen über Körper und Rechte. Was bleibt, sind Organisationen wie die Gejja Women Foundation, die mit Wissen und einfachen Hilfsmitteln zeigen: Ihr seid nicht übersehen. „Für mich ist es immer das Schönste, wenn unser Team nach einem langen Tag am Abend zusammensitzt und gemeinsam das Gefühl haben, dass wir viel geschafft haben.“