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DFCU-Workshop in Nairobi: Lernen, Kontakte knüpfen, Freude erleben

Raynard Ndagire Gorret ist eine Wiederholungstäterin. Und das aus ganzem Herzen. Wo immer sich die Gelegenheit ergibt, informiert die Gejja-Co-Founderin über ihr Herzensprojekt: die Safe-Girl-Initiative. Mit ihrem Fachwissen über Menstruation, Sexualität und Produktion von wiederverwertbaren Hygienebinden konnte sie auch die DFCU Bank überzeugen, die im vergangenen Jahr die 6. Staffel der Rising Woman Campaign initiierte.

Die Rising Woman Campaign läuft seit 2018. Ihr Ziel: Sie will ugandischen Gründerinnen und Kleinunternehmerinnen mit verbesserten Zugängen zu Informationen, Schulungen und finanziellen Lösungen helfen, ihre Organisationen erfolgreich weiterzuentwickeln.

An der jüngsten Staffel hatten sich 2023 hunderte Frauen beteiligt. 20 davon konnten ihre Vorschläge präsentieren. Die besten zehn wurden prämiert. Mit dabei: Raynard Ndagire Gorret, die das Safe-Girl-Projekt vorstellte. Der Lohn für ihre Präsentation: ein zweitägiges Mentoren- und Wirtschaftstraining in Nairobi. „Für mich war es bereits ein Privileg, unser Projekt vorzustellen. Umso mehr habe ich mich auf die Teilnahme an dem Workshop gefreut“, sagt Raynard.

Für die junge Frau waren die beiden Tage ein aufregendes Erlebnis, denn sie lernte namhafte kenianische Unternehmerinnen und Expertinnen kennen. Unter anderem mit dabei: Dr. Patricia Murugani, Gründerin und CEO von Breakthrough Leadership Transformation; Rina Hicks, Investment Banker und Professional Coach, und Sally Kahiu, Leiterin Unternehmenskommunikation und Marketing bei Kenya Association of Manufacturers.

Auch der Besuch von Unternehmen wie Vivo Active Wear, (Produzent für Damenbekleidung), Java House (eine der führenden Kaffeemarken in Afrika mit Filialen in 14 Städten des Kontinents) und Wedgehut Food Processing (Verarbeiter von Kartoffeln) gehörte zum Programm.

Die Themen, die in den Workshop behandelt wurden, stießen bei Raynard und ihren Mitstreiterinnen auf großes Interesse. „Wir erfuhren eine Menge über Kommunikation,  Nachhaltigkeit und über die Automatisierung von Geschäftsprozessen mit Hilfe von standardisierten Verfahren“, sagt Raynard. Sehr wichtig für sie waren auch die Informationen, wie man richtig delegiert: „Oft fühlen wir uns unentbehrlich. Das verursacht Stress bis hin zum Burnout. Wenn wir lernen, Aufgaben vertrauensvoll ans Team abzugeben, kann das den Druck mindern und eine gesündere Work-Life-Balance fördern.“

Am Ende erwartete die zehn Teilnehmerinnen des Workshops dann noch ein unliebsames Thema: Was können wir tun, wenn unsere Unternehmung scheitert? „Auch wenn ich das derzeit wirklich nicht erwarte, so war es doch eine wichtige Information, wie man mit unvorhergesehenen Umständen umgehen und Ausstiegspläne entwickeln kann“, sagt Raynard und betont: „Das ist ein proaktiver Schritt, um die Nachhaltigkeit und Stabilität von Unternehmungen langfristig zu gewährleisten.“

Neben dem dicht gepackten theoretischen Programm hatten die Frauen auch genügend Zeit, um Kontakte zu knüpfen. Raynard nutzte die Gelegenheit unter anderem für ein Gespräch mit einem Mitarbeiter von Vivo active wear. Das Unternehmen bezieht seine Stoffe aus einem Nachbarland. Das hatte Raynards Interesse geweckt: „Vielleicht können wir die Stoffe für die Produktion unserer wiederverwertbaren Binden dort beziehen. Wir werden auf alle Fälle Preise einholen.“