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Inseln im Schatten

Als Ava das erste Mal auf die Fähre nach Kalangala stieg, dachte die 18-jährige Tübingerin, sie wisse, was sie erwartet. Sie hatte schon viele Outreaches der Gejja Women Foundation in Uganda begleitet, hatte über Menstruationsgesundheit aufgeklärt, und in praktischen Schulungen Frauen und Mädchen gezeigt, wie sie wiederverwendbare Damenbinden herstellen können. Aber als das Schiff den Anleger verließ und das Festland am Horizont verschwand, überkam sie ein leises, schwer zu greifendes Gefühl – als wäre sie im Begriff, eine unsichtbare Grenze zu überqueren.

Diese Grenze verteilt sich über 48 Kilometer Wasser, die Kalangala vom Festland trennen. Kalangala liegt auf Bugala Island, der größten der Ssese-Inseln im ugandischen Teil des Viktoriasees – dem zweitgrößten Süßwassersee der Welt. Auf seinen 84 Inseln, von denen 64 bewohnt sind, leben rund 60.000 Menschen. Kalangala ist ihr Verwaltungszentrum.

Was Ava dort sah, unterschied sich von den ländlichen Gebieten auf dem ugandischen Festland, die sie kannte. Wie auf vielen Inseln im Viktoriasee ist die Versorgungslage schwierig: Die Fähre fährt zwar mehrmals täglich, aber der Transport verteuert alles. Kleinere Inseln sind nur per Boot erreichbar. Dichte Palmöl-Plantagen lassen kaum Platz für eigene Landwirtschaft. Besonders deutlich wurden die Unterschiede, wenn das Team tief in die abgelegenen Communities fuhr – wie es für die Outreaches oft nötig war.

„Man hat das Bild im Kopf, das Europa von Armut hat – und normalerweise stimmt es überhaupt nicht“, sagt Ava, die im Sommer 2025 ihr Abitur gemacht hat und ein Jahr im Gejja-Team arbeiten will. „Aber wenn man weit draußen in den Gemeinden ist, merkt man, wie wenig dort ankommt, was zum Leben gehört. Selbst einfachste Dinge wie Stoff für die Menstruation kann sich kaum jemand leisten.“

Das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern ist in diesen Gebieten ausgeprägt: Fischer ziehen von überall her auf die Inseln, während Frauen und Mädchen kaum Möglichkeiten haben, sie zu verlassen. Die HIV-Prävalenz lag laut Studien zeitweise bei rund 27 Prozent. Staatliche Schutzstrukturen sind in den abgelegenen Teilen der Insel kaum vorhanden. Frauen sind wirtschaftlich oft von Männern abhängig – denn außer dem Fischfang gibt es wenige Erwerbsmöglichkeiten.

Als Ava mit dem Safe-Girl-Team der Gejja Women Foundation für zwei Wochen nach Kalangala fuhr, waren sie nicht allein: etwa zehn Menschen – Trainerinnen, ein Fotograf und ein Fahrer – reisten mit zwei Fahrzeugen zu Schulen und Gemeinden auf der Insel, täglich zwei bis vier Orte. Die erste Woche gehörte den Grundschulen, die zweite den Gemeinden. In beiden ging es um dasselbe: Menstruationsgesundheit, Hygiene, Wissen – und Hände, die lernen, selbst Binden zu nähen. „Ich freue mich immer sehr darüber, wenn die Frauen und Mädchen uns vertrauen und in Gesprächen ihre eigenen Erfahrungen schildern.“ So wie in Kalangala.

Jede Teilnehmerin erhielt ein Safe-Girl-Kit: zwei wiederverwendbare Binden, einen Slip, eine organische Mückenschutzseife und eine Aufbewahrungstasche. Für viele ein Novum. Menstruationsprodukte sind auf Kalangala kaum verfügbar – und wenn, dann für die meisten unbezahlbar. In Uganda gibt es Organisationen, die gegen Menstruationsstigma kämpfen. Aber kaum jemand richtet den Fokus auf die Inseln – genau dort, wo der Bedarf am größten ist.

Ava hat bei den vielen Outreaches viel Erfahrung gesammelt, aber die Fahrten tief in die Gemeinden auf Kalangala haben sich eingebrannt: die Kumulation der Entbehrungen, die Nähe und gleichzeitige Abgelegenheit, das Schweigen über Körper und Rechte. Was bleibt, sind Organisationen wie die Gejja Women Foundation, die mit Wissen und einfachen Hilfsmitteln zeigen: Ihr seid nicht übersehen. „Für mich ist es immer das Schönste, wenn unser Team nach einem langen Tag am Abend zusammensitzt und gemeinsam das Gefühl haben, dass wir viel geschafft haben.“

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Großer Schritt für Mädchenrechte: Kampagne in Luuka bewegt Herzen und verändert Leben

Am 11. April 2025 sorgte das SafeGirl-Team der Gejja Women Foundation mit einer eindrucksvollen Aktion für Aufklärung und Empowerment im Luuka District (Ost-Uganda). In einer Region, in der Periodenscham und mangelnde Hygiene noch immer häufig zu Schulabbrüchen führen, war dieser Tag ein wichtiges Zeichen für Veränderung und Hoffnung.

Der Ursprung dieser erfolgreichen Initiative liegt in einem Besuch von Gejja-Gründerin Angella Marjorie in Deutschland, wo sie in Hannover Michael Beier traf, Geschäftsführer der HEF Fund gUG mit Sitz in Hildesheim. Durch ihn entstand der Kontakt zur Niedersächsischen Bingo- und Umweltstiftung. Nach einem Treffen mit Geschäftsführer Karsten Behr im Juni wurde ein Förderantrag gestellt, der schließlich zu dieser Kampagne führte.

Mit Herz und Begeisterung vermittelten die Trainerinnen von Gejja während der Kampagne in Luuka wichtiges Wissen rund um Menstruation. Durch das gemeinsame Erarbeiten der Materialien stärkten sie nicht nur das Verständnis für das Thema, sondern auch das Selbstbewusstsein der Mädchen. Ein besonderes Highlight war der praktische Workshop zur Herstellung nachhaltiger Menstruationsprodukte. Jedes Mädchen erhielt ein eigenes SafeGirl-Kit – ein Symbol für Unabhängigkeit und Selbstvertrauen. 

Die Aktion zeigte eindrucksvoll, wie kraftvoll Bildung und Solidarität wirken können. Ein großes Dankeschön an unsere Unterstützer: die Bingo Foundation, Friends of Luuka Foundation, Emma für ihre fantastischen Fotos sowie Akram und Steven für ihren unermüdlichen Einsatz hinter den Kulissen. Mitgründerin der Gejja Women Foundation, Raynard Nadagire, bringt es auf den Punkt: „Gemeinsam verändern wir nicht nur Einstellungen, sondern Leben!

Das SafeGirl-Team plant bereits, seine Arbeit in weiteren Regionen fortzusetzen. In den kommenden Wochen sind weitere Trainings in Schulen und Gemeinden geplant mit Unterstützung der Bingo Foundation. 

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Wir haben den Acumen Angels Award 2024 gewonnen!

Mit großer Freude möchten wir eine wunderbare Nachricht teilen: Die Gejja Women Foundation hat den Acumen Angels Award 2024 gewonnen!

Dieser Award ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, den Safe Girl Production Space in der Flüchtlingssiedlung Kyaka II zu realisieren. Wir haben uns für den Award beworben, weil wir eine Lösung für den dringenden Bedarf an Menstruationshygieneprodukten für Mädchen und Frauen in Flüchtlingslagern schaffen wollten. Mit der Finanzierung können wir nun 50.000 Safe Girl Kits herstellen und so jungen Frauen und Mädchen den Zugang zu den nötigen Hygieneartikeln ermöglichen. Es ist ein Raum, der nicht nur für die Produktion der Safe Girl Kits sorgt, sondern auch wirtschaftliche Chancen für geflüchtete Kunsthandwerker*innen schafft. Es geht uns nicht nur darum, ein kurzfristiges Problem zu lösen, sondern darum, selbstbestimmte Lösungen in die Hände der Menschen vor Ort zu legen. Wir möchten, dass die geflüchteten Menschen nicht nur Empfänger von Unterstützung sind, sondern selbst aktiv zur Veränderung beitragen können. 

Genau das ist der Kern von Acumen und wir sind geehrt, Teil dieses Netzwerks zu sein. Der Acumen Angels Award ist nicht nur ein finanzieller Zuschuss, sondern auch eine großartige Unterstützung für uns auf anderen Ebenen. Der Preis wird von einem Netzwerk aus Changemakern vergeben, die Organisationen wie unserer helfen, ihre Wirkung zu maximieren. Es geht darum, nachhaltige Lösungen für drängende gesellschaftliche Probleme zu finden – und genau das ist unser Ziel mit der Safe Girl Initiative. Er gibt uns Zugang zu einem Netzwerk von Mentor*innen, die uns mit wertvollem Wissen und Ressourcen versorgen, um unser Projekt langfristig erfolgreich zu machen.

Unser engagiertes Team hat intensiv an diesem Bewerbungsprozess gearbeitet. Besonders Marjorie Angella Atuhurra, die die Initiative leitet, zeigt sich sehr bewegt: 

„Für uns alle ist der Acumen Angels Award eine Bestätigung unserer Vision und Arbeit. Es fühlt sich unglaublich gut an, zu wissen, dass unsere Bemühungen gesehen werden und dass wir wirklich etwas verändern können. Der Preis motiviert uns, weiterzumachen und noch mehr Menschen zu erreichen.“

Besonders freut sich das Team darüber, dass der Preis auch über Uganda hinaus Aufmerksamkeit auf die wichtige Arbeit von Gejja lenkt: „Jede Anerkennung gibt uns Rückenwind und hilft uns, unsere Mission weiterzutragen“. 

Seht euch auch das Video zum Acumen Angels Award 2024 an.

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Wissen ernten – Die Model Farm bei der Agricultural Expo in Kampala

Am 14. Februar 2025 war es soweit: Unser Model-Farm-Team besuchte die große Agricultural Expo im Namboole Stadium in Kampala – ein Tag voller neuer Entdeckungen, wertvoller Erkenntnisse und spannender Kontakte. Mit dabei waren unsere Teamleiterin Atuhura Angella Marjorie sowie zwei engagierte Volunteers aus Deutschland.

Die Messe bot ein breites Spektrum an Aussteller*innen, die ihre Innovationen in den Bereichen Landschaftsgestaltung, Honig- und Geflügelzucht sowie Fischzucht präsentierten. Besonders spannend für unser Team waren neue Möglichkeiten im Pflanzenbau. So konnten wir hochwertige Saaten von „Dutch Seeds“ erwerben und unser Sortiment für die nächste Anbausaison erweitern.

Neben frischen Früchten und Kräutern für unseren Kräutergarten kauften wir neue Obstbäume – darunter auch vielversprechende Avocadosetzlinge von „Avocado Nurseries“. Die Vorfreude auf die nächste Ernte ist groß!

Auch das Lernen kam nicht zu kurz: Unsere Teammitglieder nahmen an Schulungen zum Anbau von Matooke (Kochbananen) und Kaffee teil. Zudem ließen wir Bodenproben von unserer Farm im Labor von „Holland Green Tech“ analysieren, um unsere Anbaumethoden weiter zu verbessern. Die Ergebnisse erwarten wir mit Spannung.

Ein besonderes Highlight war die Möglichkeit, kostenlose HIV-Tests durchzuführen. Alle Tests fielen negativ aus – eine wertvolle Erinnerung daran, dass Gesundheit genauso wichtig ist wie nachhaltige Landwirtschaft.

Der Besuch der Agricultural Expo hat uns inspiriert und motiviert. Mit frischem Wissen und neuen Techniken blicken wir voller Tatendrang in die Zukunft. Die Gejja Model Farm wird in diesem Jahr weiter wachsen – und mit dem Beginn der Regenzeit im März starten wir in eine neue Anbausaison. 

Wir freuen uns darauf, unsere Fortschritte mit euch zu teilen!

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Motiviert und bereit: Die Gejja Women Foundation startet ins Jahr 2025

Mit frischem Elan und großer Motivation startete das Team der Gejja Women Foundation am 13. Januar 2025 in ein neues Jahr voller Herausforderungen und Chancen. Nach einer wohlverdienten Pause kamen die Teammitglieder zusammen, um sich gemeinsam auf die anstehenden Aufgaben einzustimmen.

Der Tag begann mit einer inspirierenden Begrüßung und einer kurzen Reflexion über die Werte und Ziele der Stiftung. Danach gab es wichtige Updates zu den Arbeitsrichtlinien und organisatorische Aufgaben wurden schnell erledigt – alles, um gut vorbereitet ins neue Jahr zu starten.

Doch der Auftakt stand nicht nur im Zeichen der Planung, sondern auch des Teamgeists: Bei einem spannenden Quiz und einer Reihe von Teambuilding-Aktivitäten war Spaß garantiert. Es wurde viel gelacht, diskutiert und gemeinsam überlegt – das stärkte den Zusammenhalt und machte allen Lust auf die kommenden Projekte.

Den krönenden Abschluss bildete eine kleine Feier mit Kuchen, die den gelungenen Start in das neue Arbeitsjahr symbolisch abrundete.

Mit einem starken Team und klaren Zielen im Blick geht die Gejja Women Foundation in ein Jahr, das vielversprechend beginnt. Es gibt viel zu tun, aber auch jede Menge Potenzial, um das Leben vieler Frauen weiter zu verbessern.

Auf ein erfolgreiches 2025!

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Gemeinsam Zukunft gestalten: Frohe Festtage

Wir möchten Euch von ganzem Herzen für Eure großartige Unterstützung der Gejja Women Foundation danken. Für uns ist es ein Zeichen von Zusammenhalt und gemeinsamem Wachstum. Dank Eurer Hilfe konnten wir in diesem Jahr wieder zahlreiche Projekte in Mpigi erfolgreich umsetzen und das Leben vieler Frauen und Mädchen in Uganda nachhaltig stärken.

Eure Unterstützung ermöglichte uns:

Mädchen zu stärken: Durch die Bereitstellung von Hygieneprodukten und Aufklärungskampagnen ermöglichen wir Mädchen, ohne Scham und Angst zur Schule zu gehen und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Frauen zu befähigen: Mit unseren Projekten zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit eröffnen wir Frauen neue Perspektiven und stärken ihr Selbstbewusstsein.

Gemeinschaften zu stärken: Gemeinsam mit der lokalen Community gestalten wir eine selbstbestimmtere Zukunft für alle.

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch von Bischof Michael Lubowa. Gemeinsam mit zahlreichen Priestern und Geistlichen feierte er im Gejja-Zentrum ein großes Fest mit den Frauen. Der Besuch eines kirchlichen Würdenträgers war nicht nur ein Zeichen der Anerkennung für das außergewöhnliche Frauenprojekt; es war auch ein Aufruf zur Zusammenarbeit. Die Hoffnung auf eine engere Partnerschaft mit der Kirche gibt den Frauen neuen Schwung und ermöglicht ihnen, noch mehr Frauen und Mädchen in ländlichen Gebieten zu erreichen.

Eure Unterstützung verändert Leben.

Evelyn Nalubowaist ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, was Mädchen erreichen können, wenn sie die Chance dazu erhalten. Durch ihre harte Arbeit und ihren Einsatz hat sie ihre Schulzeit erfolgreich abgeschlossen und ein staatliches Stipendium für ihr Studium erhalten. Evelyn träumt davon Industrial Design zu studieren und damit nicht nur ihre eigene Zukunft, sondern auch die Zukunft ihrer Gemeinschaft mitzugestalten.

Wir wünschen Euch ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr.

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Ein Truck, 70 Kits und ein Umdenken

Ungewöhnliches Ereignis in fünf Dörfern auf dem Land: Ein großer Truck, geschmückt mit Bannern und beladen mit „Safe Girl Kits“, rollte durch die Straßen. Ziel der Aktion: das Stigma der Menstruation zu brechen und ein neues Bewusstsein für Frauenhygiene und -gesundheit zu schaffen.

Die „SafeGirl Sales Drive“-Kampagne, die sich über sechs Stunden erstreckte, ging weit über den einfachen Verkauf der Kits hinaus. „Wir wollten einen Dialog anstoßen, besonders unter den Männern“, erklärte Marjorie Angella Atuhurra. Und dieser Dialog hat tatsächlich stattgefunden – sogar in einer unerwarteten Gruppe: den Bodaboda-Fahrern, den Motorradfahrern, die überwiegend männlich sind und oft das Transport-Rückgrat der ländlichen Gebiete bilden.

Die Reaktion der Bodaboda-Fahrer war ein Indikator für den Erfolg der Kampagne. Viele von ihnen zeigten sich aufgeschlossen und boten sogar an, die Botschaft weiter zu tragen. Sticker mit dem Safe Girl Logo zieren nun die Motorräder; einige Fahrer tragen sogar Safe Girl Reflektoren während ihrer Arbeitszeit.

„Es ist immens wichtig, die Männer einzubeziehen“, betonte Marjorie. „Sie können Teil der Lösung sein, aber auch Teil des Problems, wenn es um das Stigma der Menstruation geht. Indem wir sie sensibilisieren, ändern wir die Wahrnehmung der gesamten Gemeinschaft.“

Mit 70 verkauften Safe Girl Kits in nur sechs Stunden ist die Kampagne ein voller Erfolg und ein mutiges Zeichen gegen die Tabuisierung der Menstruation.

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Alles im Plan

Wenn die Frauen in Mpigi ein Projekt planen, dann ziehen sie dessen Umsetzung auch konsequent durch. Ein sichtbares Beispiel dafür ist das neue Frauenhaus „bottle hut“ – ein Gebäude aus rund 38.000 Plastikflaschen. Anfang Juni wurden die ersten Behälter gesammelt und mit Lehm gefüllt; knappe sechs Wochen sind bereits Fenster und Türen eingebaut.

Nakota Ritah freut sich: „Wir sind voll im Plan und werden unser Haus zum angepeilten Zeitpunkt im September beziehen können.“


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200 Hühner im neuen Zuhause

Es nennt sich „model farm“, und tatsächlich ist es ein Modell dafür, wie sich durch Wissen und Machen eine Menge bewegen lässt. Jüngstes Beispiel: das Chicken Project. 200 Hühner haben bereits Besitz von ihrem neuen Stall ergriffen, der im Juni für sie fertiggestellt wurde. Hier werden sie großgezogen, um den beteiligten Frauen der Gejja Women Foundation Einkommen zu sichern und eine Perspektive zu bieten. Verkauft werden hier sowohl die Hühner als auch die Eier – und zwar, wie sich jetzt schon zeigt, mit beträchtlichem Erfolg.

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Ein langer Lauf für junge Mädchen

3.423 m hoch ist der Gipfel des erloschenen Vulkans Sabinyo im ostafrikanischen Virunga-Gebirge. Wer dorthin will, braucht eine gute Kondition, denn der Aufstieg ist beschwerlich. „Wir mussten teilweise klettern“, sagt Catharine Nakayemba. Doch als die Mitbegründerin und vier weitere Mitglieder der Safe Girl Initiative nach zehn Stunden den Gipfel erreichten, war alle Mühe vergessen.  

Der Aufstieg zum Sabinyo gehörte zum „Hike for Girls”. Diese Wanderungen wurden 2017 von der Nichtregierungsorganisation „Raising Teenagers Uganda“ (RTU) ins Leben gerufen und findet seither jährlich statt. Gegründet wurde die RTU 2014 mit dem Ziel, Frauen zu stärken und insbesondere Teenager zu befähigen, durch eine abgeschlossene Ausbildung ihr volles Potenzial zu entfalten. „Das ist von entscheidender Bedeutung im Kampf gegen das Menstruationsstigma sowie Kinderehen und somit ganz im Sinne unserer Safe Girl Initiative“, sagt Catharine Nakayemba.

Und so machte sich das Team der Gejja Women Foundation am 9. Juli 2023 auf den Weg. Mit dabei: 35 weitere Teilnehmer verschiedener Organisationen, die sich ebenfalls um das Wohlergehen der jungen Frauen in Uganda kümmern. Während der Wanderung hatten sie die Möglichkeit, untereinander Kontakte zu knüpfen und sich so in ihrer Arbeit gegenseitig zu unterstützen.

Wichtiger Bestandteil des „Hike for Girl“ 2023 war eine Awareness-Kampagne für Mädchen und Jungen. Die meisten der rund 300 Teenager wussten nichts über das Thema Menstruation und hörten deshalb aufmerksam zu. Am Ende verteilten das Gejja-Team 100 Safe Girls Kits an die Mädchen. Das unerwartete Geschenk machte nicht nur die jungen Frauen zusehends glücklich, auch Catharine Nakayemba und ihre Mitstreiterinnen kehrten nach Wanderung zufrieden zurück. Catharine Nakayemba ist überzeugt: Diese Veranstaltung ein wichtiger Beitrag, um das Wohlergehen junger Mädchen zu fördern.

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Ein Haus aus Flaschen – nur für Frauen

Es wird eines der ungewöhnlichsten Häuser, die Gejja jemals in Mpigi realisiert hat: 9 x 9 Meter groß; gebaut aus rund 38.000 Plastikflaschen, konzipiert ausschließlich für Frauen. Die sogenannte „bottle hut“ soll in Zukunft bis zu 50 Frauen als Lernort dienen; hier können sie zusammenkommen, Wissen austauschen und ihre Erfahrungen in einer Atmosphäre der Unterstützung und Ermutigung besprechen.

In 103 Tagen, so die Planung, soll das ungewöhnliche Haus fertiggestellt sein. Die ersten Plastikflaschen wurden im Juni gesammelt. Anschließend werden sie mit Lehm gefüllt, komprimiert und mit einer Schnur zusammengebunden. Die Lücken werden dann wiederum mit Lehm aufgefüllt und wie ein normales Haus verputzt.

Nakota Ritah, die maßgeblich am Bau beteiligt ist, unterstreicht: „Mit diesem Haus fördern wir nicht nur die Kreativität, sondern demonstrieren auch unser Engagement für den Umweltschutz. Jede beim Bau verwendete Flasche ist ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und ein starkes Symbol für unser Engagement für eine grünere Zukunft.“

Hintergrund der ungewöhnlichen Baumaßnahme: Weltweit werden jedes Jahr mehr als 500 Milliarden Plastikflaschen produziert. Viele davon werden später einfach verbrannt – ein riesiges ökologisches Übel. Hinzu kommt: Klassische Lehmziegel – wie in Uganda üblich – potenzieren das Umweltproblem enorm. Denn die Lehmziegel müssen schließlich gebrannt werden, und die dafür notwendigen Hölzer werden wahllos der Natur entnommen.

Von der Aktion und dem Enthusiasmus der beteiligten Frauen ist Nakota Ritah jetzt schon begeistert: „Ihre Energie ist absolut inspirierend, und wir alle freuen uns jetzt schon auf die Fertigstellung.“

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Menstruation? 150 Jungen und Mädchen wissen nun Bescheid

Wie werden wiederverwendbare Binden in der Unterhose befestigt? Worauf muss beim Gebrauch von Menstruationstassen geachtet werden? Welche Gefahren ergeben sich aus dem Gebrauch von unhygienischen Alternativen?

150 Schülerinnen und Schüler der Talents Senior Secondary School im District Mityana wissen darüber inzwischen bestens Bescheid. Denn sie nahmen an der aktuellen Menstrualhygiene-Kampagne des Safe Girl Teams teil. Zusammen mit dem Kooperationspartner Camusat stellte es den Mädchen und Jungen verschiedenste Produkte für die Monatshygiene vor; darunter auch das Safe Girl Kit, ein vorgefertigtes Hygieneset für Mädchen.

In einem Workshop erfuhren die Kinder außerdem, wie sie sich ihre eigenen wiederverwendbaren Binden herstellen können und was sie dafür benötigen.

Besonderen Wert legt das Safe Girl Team stets darauf, dass Jungen und Mädchen gemeinsam geschult werden. Der Hintergrund: Besonders in den ländlichen Regionen Ugandas werden menstruierende Mädchen stigmatisiert. Das Ziel von Safe Girl ist deshalb, insbesondere auch den Jungen zu vermitteln, dass Menstruation etwas ganz Natürliches ist und sich niemand dafür schämen muss. Shamira Lwanga vom Safe Girl Team: „Menstruation sollte eine Frau oder ein Mädchen niemals beschämen, isolieren oder unterdrücken.”

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Golfen und helfen

Es war eine Premiere – und es wird kein Einzelfall bleiben. Zum ersten Mal wurde am ersten Juni-Sonntag der Gejja Charity Cup ausgetragen: ein Golf-Wettkampf, dessen Erlös Mädchen und Frauen in Uganda zugutekommt. 48 Teilnehmer ließen sich in Nettetal beim Golfclub Hans Bey registrieren – und erspielten eine Spende in Höhe von 3.200 Euro.

Der Betrag kommt der Gejja Women Foundation zugute. Deren Ziel hatte Rebecca Trienekens-Domrös, die Vorsitzende des deutschen Gejja e.V., den Teilnehmern vor Beginn des Turniers erläutert: „Frauen bekommen die Chance, gut ausgebildet, wirtschaftlich unabhängig und selbstbestimmt Kontrolle über ihren Körper und ihr Leben zu bekommen, was in Uganda derzeit die Ausnahme ist.“

Sieben Gejja-Mitglieder informierten Teilnehmer und Gäste darüber hinaus über die Aktivitäten des Vereins und die Arbeit der Gejja Women Foundation in Uganda. Und dazu gab’s Kuchen und Getränke, die fürs Wohlbefinden sorgten.

Zum guten Zweck passte das ausgesprochen gute Wetter. So wurde der Tag für die Teilnehmer weit mehr als ein gutes Werk: Sie hatten, wie sie anschließend versicherten, ausgesprochen viel Freude daran, gleichzeitig golfen und helfen zu können.

Für Golf-Kenner: Gespielt wurde über 18 Loch, und die letzten Flights spielten 5:45 Stunden. Den Wanderpokal holten sich übrigens Frank Wolfarth und Astrid Kehr – mit 40 Nettopunkten.

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Lauter dicke Fische im Netz

Was für ein großartiges Ergebnis: Das Gejja Fish Farming Project in Mpigi (Uganda) übertrifft selbst optimistische Erwartungen. Denn die Fische, die im Juni aus den Fischzucht-Teichen entnommen werden, wiegen sämtlich zwischen 350 und 400 Gramm. Für den August rechnen die Betreiberinnen sogar mit einem Durchschnittsgewicht von 700 Gramm.

Drei Fischteiche werden im Rahmen dieses Projekts von jeweils drei Frauen betreut. In jedem Teich werden rund 2.500 Fische gezüchtet. Dabei handelt es sich ausschließlich um Nil-Tilapia. Eine sehr anpassungsfähige Fischart, die relativ schnell zu marktreifer Größe heranwächst.

Mit Hilfe des Fischzuchtprojekts wird somit nicht nur für den Lebensunterhalt der engagierten Frauen und deren Familien gesorgt. Es zielt auch darauf ab, die Ernährung der lokalen Bevölkerung und der benachbarten Gemeinden zu verbessern.

Gestartet wurde das Projekt im vergangenen Jahr, wobei zunächst entsprechendes Land vorbereitet werden musste. Anschließend konnten Teiche gebaut und Fische beschafft werden. Gleichzeitig ließen sich die Frauen von Yasin Kasadha schulen. Der Experte für den Bereich Fish Farming im Iganga District in Uganda überwachte anschließend auch den Zustand des Wassers und der Fische. Mit dem Ergebnis ist Kasadha sehr zufrieden. „Die Frauen haben allesamt wirklich sehr gute Arbeit geleistet.“

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Hygiene im Flüchtlingscamp

Es hat die Einwohnerzahl einer Großstadt, doch es ist ein Flüchtlingscamp in Norduganda: das Rhino-Camp, in dem mehr als 120.000 Flüchtlinge überwiegend aus dem Südsudan leben. Zusammen mit den Maltesern hat die Gejja Women Foundation dort ein einzigartiges Projekt realisiert: Männer und Frauen wurden darin unterrichtet, Menstruationsartikel herzustellen. Diese Safe-Girl-Binden sind wiederverwendbar und nachhaltig, da sie aus natürlichen Rohstoffen hergestellt werden. 

Ziel ist es, dort in Zukunft 25.000 Binden zu produzieren. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Denn zunächst mussten die Männer und Frauen nicht nur über Menstruation im Allgemeinen informiert werden, sondern insbesondere auch die Fertigung der Binden selbst erlernen.

Im Safe-Girl-Produktionsraum in der Ocea Zone sind derzeit 22 Schneider und Schneiderinnen tätig, die nicht zuletzt dank der Unterstützung durch die GIZ für ihre Tätigkeit auch bezahlt werden. Weiteres Training ist allerdings ständig vonnöten, da der Umgang mit Handnadeln und Nähmaschinen nur wenigen vertraut war. 

Dennoch ist das erste Fazit ausgesprochen ermutigend: Denn in fünf Tagen konnten im Produktionszentrum 2.288 wiederverwendbare Safe-Girl-Damenbinden produziert werden. 

„Wir sind davon überzeugt, dass die Projektteilnehmer jetzt in der Lage sind, die Produktion zügig fortzusetzen“, sagt Safe-Girl-Mitarbeiterin Ndagire Raynard und hat gleich ein neues Ziel vor Augen: „Es ist geplant, in zwei andere Zonen des Rhino-Camps zurückzukehren, um dort weitere Packungen zu produzieren.“

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Für Frauen, die was unternehmen

„Wenn Frauen und Mädchen lernen, verdienen und sparen können, werden sie in die Lage versetzt, in ihrem Umfeld aktiv den Wandel voranzutreiben.“ Genau diese Erkenntnis setzt Ndagire Raynard als Leiterin des Gejja Acceleration Program in die Praxis um. Sechs Wochen lang wurden 17 Frauen im Alter von 20 bis 77 Jahren intensiv geschult.

Konkret ging es um Kenntnisse in den Bereichen Unternehmertum und Unternehmensentwicklung. Die sollen ihnen helfen, eigene Unternehmen problemlos zu führen. Schon während des Programms wurden mit Unterstützung der Gejja Women Foundation neue Ideen entwickelt – etwa auf dem Gebiet der Geflügelzucht und der Buchherstellung.

Mit dem Acceleration Programm, das sich in Schulungs- und Mentorenprogramme aufteilt, soll Frauen der Zugang zu finanzieller Unterstützung in Form eines kostenlosen Mikrokredits verschafft werden. Das Programm stieß bereits im ersten Anlauf auf so viel positive Resonanz, dass sich bereits wenige Wochen nach dem Start eine zweite Frauengruppe unterrichten ließ.

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Catherine Nakayemba – Gründerin des Jahres „Young Founder 2023“

Was für ein schöner Erfolg, welch großartige Bestätigung. Gejja-Mitgründerin Catherine Nakayemba wurde von der Westerwelle Foundation in Berlin als Gründerin des Jahres („Young Founder 2023“) ausgezeichnet. Damit verbunden ist ein Geldbetrag in Höhe von 5.000 Euro.

Den Preis erhielt sie für das Projekt SAFE GIRL. Dabei geht es darum, das Tabu der Menstruation im ländlichen Uganda zu durchbrechen. Mädchen und Frauen werden sichere und erschwingliche Hygieneprodukte sowie zuverlässige Informationen bereitgestellt.

Beindruckt zeigten sich Jury und Gäste, zu denen Politiker, Investoren, Mentoren und Unterstützer gehörten, auch vom bewegenden Vortrag Catherines. Sie berichtete von ihrer Kindheit in einem Waisenhaus, von ihren demütigenden Erfahrungen in der Schule, von ihren Ängsten und auch von ihrer Entwicklung zur Mitgründerin von Gejja. Damit setzte sie sich gegen insgesamt 49 Mitbewerber durch.

Wir können nur sagen: Toll gemacht, Catherine. Wir sind stolz auf dich.