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Eine Fischfarm. Neun Frauen. Unzählige Chancen

Sie sind glitschig, kräftig und nicht unbedingt die Tiere, die man auf den ersten Blick lieb gewinnt. Und doch sorgen ausgerechnet Welse dafür, dass Frauen in einem kleinen Dorf in Uganda Schritt für Schritt unabhängiger werden.

Als die Frauen des Gejja Women Center in Mpigi die langen, zappelnden Fische aus dem Wasser holen, ist die Freude groß. Sie halten weit mehr als nur einen erfolgreichen Fang in den Händen. Jeder einzelne Wels steht für Wissen, Ausdauer und die Hoffnung auf ein eigenes Einkommen.

Möglich wurde dieser Erfolg durch die großzügige Unterstützung der Fürsorge- und Bildungsstiftung. Mit ihrer Förderung trägt sie dazu bei, die Lebensbedingungen von Frauen im ländlichen Bulyasi im Distrikt Mpigi durch nachhaltige Aquakultur dauerhaft zu verbessern.

Begonnen hat diese Entwicklung bereits im Jahr 2022. Damals entstanden die ersten beiden Fischteiche der heutigen Fischfarm. Von Anfang an wurden die Frauen von Fachleuten der Iganga Fish Farm begleitet. Sie lernten, Teiche anzulegen, Wasserqualität zu kontrollieren, Fische richtig zu füttern und ihre Gesundheit zu überwachen. Aus ersten Erfahrungen wurde mit der Zeit fundiertes Fachwissen.

Schon bald zeigte sich, welches Potenzial in dem Projekt steckt. Deshalb wurde die Fischfarm 2024 um zwei weitere Teiche erweitert. Heute gehören vier Teiche zur Model Farm der Gejja Women Foundation. Neun Frauen arbeiten inzwischen dort und entwickeln den Betrieb mit wachsender Erfahrung kontinuierlich weiter.

Auch die Fischzucht selbst hat sich verändert. Anfangs wurden vor allem Tilapia gezüchtet. Heute liegt der Schwerpunkt zunehmend auf Afrikanischen Welsen, den sogenannten Catfish. Sie wachsen schneller, sind robuster und kommen mit den örtlichen Wasserbedingungen besonders gut zurecht. Damit schaffen sie bessere Voraussetzungen für einen wirtschaftlich erfolgreichen Betrieb.

Der aktuelle Besatz begann Anfang Februar mit 5.000 Jungfischen. Innerhalb von nur vier Monaten sind daraus stattliche Welse mit einem Durchschnittsgewicht von rund 300 Gramm geworden. Dieser Erfolg ist das Ergebnis der täglichen Arbeit der Frauen. Sie versorgen die Tiere, kontrollieren die Teiche und kümmern sich mit großer Sorgfalt um deren Entwicklung.

So wächst nicht nur der Fischbestand, sondern auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. „Dass wir heute so große und gesunde Fische haben, macht uns stolz”, sagt Lillian Namatovu. „Wir haben viel gelernt. Die Fischfarm gibt uns Frauen die Chance auf ein eigenes Einkommen und eine selbstbestimmtere Zukunft.”

Vor wenigen Tagen stand ein wichtiger Arbeitsschritt an: die Sortierung der Welse nach ihrer Größe. Mithilfe eines Zugnetzes wurden die Fische aus dem Teich geholt und nach Gewicht getrennt. Dadurch erhält jede Gruppe genau die Futtermenge, die sie benötigt. Das sorgt für gleichmäßiges Wachstum, gesunde Tiere und einen höheren Ertrag.

Mit den Jahren wurde die Fischfarm außerdem immer professioneller ausgestattet. Schutzzäune halten natürliche Fressfeinde fern, Netze schützen die Teiche vor fischfressenden Vögeln. Wasserdichte Wathosen und Gummistiefel ermöglichen den Frauen, sicher in den Teichen zu arbeiten. Vieles davon gab es zu Beginn des Projekts noch nicht.

Der Weg dorthin war allerdings auch ein Lernprozess. Nicht jeder Schritt verlief wie geplant. Immer wieder sammelten die Frauen neue Erfahrungen – manchmal auch durch Rückschläge. Fehlende Schutznetze führten beispielsweise dazu, dass ein Teil des Fischbestandes verloren ging. Doch genau aus solchen Erfahrungen entstanden Verbesserungen. Gemeinsam mit den Fachleuten wurde die Fischfarm kontinuierlich weiterentwickelt und an die örtlichen Bedingungen angepasst.

Ende August sollen die ersten Welse verkauft werden. Gleichzeitig werden bereits weitere 5.000 Jungfische eingesetzt. So entsteht ein Kreislauf, der den Frauen dauerhaft neue Einkommensmöglichkeiten eröffnet und die Fischfarm Schritt für Schritt wirtschaftlich trägt.

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Golfen, helfen, Zukunft schenken

Manche Termine gehören einfach zum Jahr. Ostern zum Beispiel. Oder Karneval. Sie sind fest im Kalender verankert und werden voller Vorfreude erwartet. Für viele Mitglieder und Freunde der Golfanlage Haus Bey in Nettetal zählt das Gejja Charity Golfturnier inzwischen dazu. Bereits zum vierten Mal kamen Golferinnen und Golfer am Sonntag, 14. Juni 2026, zusammen, um Sport, Gemeinschaft und soziales Engagement miteinander zu verbinden.

Was vor einigen Jahren als gute Idee begann, hat sich längst zu einer kleinen Tradition entwickelt. Einer Tradition, die Menschen zusammenbringt und weit über den Golfplatz hinaus Wirkung entfaltet. 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen in diesem Jahr an den Start. Über den Fairways hing zwar ein dichter Wolkenteppich, doch die Stimmung hätte kaum besser sein können.

Entlang der Bahnen warteten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit frischen Waffeln, Kaffee und Kuchen. Es wurde gespielt, gefachsimpelt, gelacht und die besondere Atmosphäre genossen, die dieses Turnier seit Jahren auszeichnet. Darüber freut sich niemand mehr als Rebecca Trienekens-Domrös, Vorsitzende des Gejja e.V. „Ich bedanke mich bei allen, die sich für das Gelingen dieses Tags eingesetzt haben.“ Ein ganz besonderes Lob gehöre dem Organisationstalent von Isabel Otto-Duck (Geschäftsführerin der Golfanlage Haus Bey) und Annette Janßen (Clubsekretärin). Ihnen sei hauptsächlich zu verdanken, dass vor und während des Turniers alles reibungslos über die Bühne ging.

Am Abend setzte sich die gute Stimmung fort. Bei Musik von Rodney R. C. Moore wurde getanzt und gefeiert. Viele nutzten die Gelegenheit für Gespräche und Begegnungen. Es war einer dieser Tage, an denen man spürt, wie viel Freude gemeinsames Engagement machen kann.

Doch die eigentliche Bedeutung des Turniers reicht weit über Nettetal hinaus. Dank der Startgelder, Spenden und der Tombola kamen zunächst 7.075 Euro zusammen. Als Golfclub-Präsident Henk de Bruin den Betrag spontan auf 7.500 Euro erhöhte, war die Freude groß.

Mit diesem Geld wird wieder die Gejja Women Foundation unterstützt. Dort erhalten Frauen und Mädchen neue Chancen auf Bildung, auf eigenes Einkommen und auf ein selbstbestimmteres Leben. Jeder Euro hilft dabei, Perspektiven zu schaffen und Veränderungen anzustoßen.

Haus-Bey-Mitglied Angelika Odenius, die entscheidend bei der Vorbereitung des 4. Gejja Charity Turniers mitgewirkt hat, bringt es auf den Punkt: „Das Turnier verbindet inzwischen Jahr für Jahr zwei Welten miteinander: einen besonderen Tag voller Gemeinschaft in Nettetal und neue Möglichkeiten für Frauen und Familien in Uganda.“ Eine schöne Tradition – und eine, die viel bewirkt.

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Warum Faith nach Südafrika reiste

Wenn Faith Nakayemba, Mitgründerin der Gejja Women Foundation und der Safe-Girl-Initiative, von ihrer Einladung nach Südafrika erzählt, wird schnell deutlich: Dort ging es um weit mehr als eine Konferenz des African Menstrual Product Standard & Market Development Forums. In Johannesburg traf Faith Menschen aus vielen afrikanischen Ländern, die sich wie Gejja für die Gesundheit und Zukunft von Mädchen und Frauen engagieren – unter anderem Regierungsvertreter, Forschende, Hersteller und nichtstaatliche Organisationen. Schnell wurde deutlich: Die Herausforderungen ähneln sich oft – und genauso die Ideen, wie man sie lösen kann.

Vor Ort konnte Faith nicht nur neue Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen, sondern auch die Arbeit von Gejja auf einer internationalen Bühne vorstellen. In einer Podiumsdiskussion berichtete sie aus der Praxis und schilderte, welche Herausforderungen Hersteller von wiederverwendbaren Menstruationsprodukten im Alltag bewältigen müssen. Gleichzeitig machte sie deutlich, wie wichtig verlässliche Qualitätsstandards und faire Rahmenbedingungen sind, damit solche Produkte möglichst viele Mädchen und Frauen erreichen können.

Besonders beeindruckend war für Faith der Austausch mit Menschen aus ganz Afrika. Viele Organisationen stehen vor ähnlichen Aufgaben: Sie wollen Menstruationshygiene verbessern, Aufklärung fördern und Mädchen den Schulbesuch erleichtern. Dabei wurde deutlich, dass die Erfahrungen aus Uganda auch für andere Länder wertvoll sind.

Mit vielen neuen Ideen, Kontakten und Impulsen kehrte Faith nach Mpigi zurück. Die Reise hat einmal mehr gezeigt, dass Gejja längst Teil eines wachsenden afrikanischen Netzwerks ist. Gemeinsam arbeiten engagierte Menschen daran, Mädchen und Frauen bessere Chancen, mehr Gesundheit und mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen. Oder wie Faith es ausdrückt: „Klare und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen Vertrauen und eröffnen neue Möglichkeiten für die Zukunft. Genau dafür setzt sich Gejja jeden Tag ein.”

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Ein Tag, der Augen öffnet und Hoffnung schenkt

Manchmal genügt ein klarer Blick, um ein Leben zu verändern. Deshalb freut sich das Gejja-Team sehr über ein besonderes Projekt: Gemeinsam mit dem Mengo Hospital und der Christian Blind Mission (CBM) konnte es auf dem Gelände in Mpigi ein kostenloses Augencamp für die Bevölkerung organisieren. Rund 72 Menschen nutzten die Gelegenheit, ihre Augen untersuchen zu lassen. Viele von ihnen hätten sich eine solche Untersuchung sonst niemals leisten können.

Zum Team des Mengo Hospital und der Christian Blind Mission (CBM) gehörten neun medizinische Fachkräfte. Nach ersten Sehtests untersuchten sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehend. Einige erhielten Augentropfen oder eine Sehhilfe. Andere wurden für weiterführende Behandlungen an das Mengo Hospital überwiesen.

Besonders wichtig war die Möglichkeit, dringend benötigte Augenoperationen zu vermitteln. Während ein solcher Eingriff normalerweise etwa 1,3 Millionen Uganda-Schilling kostet – umgerechnet rund 320 Euro –, können Betroffene nun für lediglich etwa 20 Euro behandelt werden. Für viele Familien ist das der Unterschied zwischen Hoffnung und Aussichtslosigkeit.

Das Gejja-Team ist stolz darauf, dass es gemeinsam mit den Partnern Menschen helfen konnten, die sonst keinen Zugang zu augenmedizinischer Versorgung hätten. Wer wieder sehen kann, gewinnt nicht nur Lebensqualität zurück. Er gewinnt Selbstständigkeit, Sicherheit und neue Perspektiven für die Zukunft.

Ein herzlicher Dank gilt dem Mengo Hospital und der Christian Blind Mission. Mit ihrer Unterstützung wurde aus einer medizinischen Maßnahme ein Tag voller Hoffnung für viele Familien in Mpigi.

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Wo Zukunft ein Zuhause findet

Mit dem Bau der neuen Main Hall in Mpigi entsteht weit mehr als nur ein Gebäude. Es entsteht ein Ort, an dem Frauen und Mädchen lernen, arbeiten, sich austauschen und ihre Zukunft selbst gestalten können.

Die Gejja Women Foundation hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Zentrum für Frauenförderung in Uganda entwickelt. Allein 2025 erreichten ihre Programme bereits mehr als 100.000 Menschen. Doch die vorhandenen Räume sind längst zu klein geworden. Trainings müssen auf mehrere Räume verteilt werden, größere Veranstaltungen sind kaum möglich, und auch die Produktion unserer Safe-Girl-Hygienebinden stößt an ihre Grenzen. Und genau hier setzt das neue Projekt an.

Ein Gebäude mit vielen Funktionen

Die Main Hall wird ein modernes zweigeschossiges Gemeinschafts- und Trainingszentrum mit einer Gesamtfläche von mehr als 330 Quadratmetern. Im Erdgeschoss entstehen großzügige Produktions- und Schulungsräume für die Herstellung wiederverwendbarer Menstruationshygieneartikel. Hinzu kommen Lagerflächen, Umkleideräume und Arbeitsbereiche für praktische Trainings.

Im Obergeschoss entsteht die eigentliche Main Hall. Sie bietet Raum für bis zu 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ergänzt wird sie durch Büroräume, Sanitäranlagen und Begegnungsflächen für Austausch und gemeinsames Lernen.

Warum dieses Projekt notwendig ist

Der bisherige Produktionsraum umfasst nur rund 41 Quadratmeter. Dort arbeiten bereits heute acht Näherinnen an elf Nähmaschinen, Schneidetischen und Lagermaterial auf engstem Raum. Praktische Schulungen können deshalb nur in sehr kleinen Gruppen stattfinden. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Trainings, Workshops und Veranstaltungen kontinuierlich. Partnerorganisationen, Schulen und Gemeinden fragen immer häufiger nach Angeboten der Gejja Women Foundation. Die neue Main Hall schafft die Infrastruktur, die für die nächste Entwicklungsstufe unserer Arbeit dringend benötigt wird.

Mit dem neuen Zentrum will die Gejja Women Foundation:

  • die Produktionskapazitäten deutlich erweitern,
  • sichere und professionelle Arbeitsplätze schaffen,
  • mehr Frauen und Mädchen ausbilden,
  • größere Trainings und Veranstaltungen ermöglichen,
  • alle Gejja-Programme unter einem Dach zusammenführen.

Die Main Hall wird künftig Heimat für das Safe-Girl-Programm, Unternehmerinnen-Trainings, Start-up-Förderungen, Nähkurse sowie zahlreiche Gemeinschaftsveranstaltungen sein.

Die erwartete Wirkung

Schon unmittelbar nach der Fertigstellung werden sich die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen deutlich verbessern. Gleichzeitig können künftig Schulungen für deutlich größere Gruppen angeboten werden. Langfristig wird die Main Hall zu einem regionalen Zentrum für Bildung, wirtschaftliche Entwicklung und Frauenförderung werden. Frauen erwerben dort Wissen, praktische Fähigkeiten und Selbstvertrauen – Voraussetzungen für ein eigenes Einkommen und ein selbstbestimmtes Leben.

„Die Main Hall ist für uns weit mehr als ein Gebäude. Sie schafft Raum für Bildung, wirtschaftliche Unabhängigkeit und persönliche Entwicklung. Unser besonderer Dank gilt der Fürsorge- und Bildungsstiftung, die als größter Förderer dieses Projekt überhaupt möglich macht. Ihre Unterstützung wird das Leben vieler Frauen und Mädchen nachhaltig verändern“, sagt Rebecca Trienekens-Domrös, Geschäftsführerin Gejja e.V.

Auch in Uganda ist die Vorfreude groß. Angella Marjorie, Gründerin des Projekts: „Jeden Tag erleben wir Frauen, die lernen, wachsen und neue Perspektiven entwickeln. Die Main Hall wird uns ermöglichen, noch viel mehr Menschen zu erreichen und ihnen echte Chancen für die Zukunft zu eröffnen.“

Der Bauablauf

Nach einem umfangreichen Auswahlverfahren wurde das Bauunternehmen WAP Engineering Ltd. mit der Umsetzung beauftragt. Die Bauzeit beträgt rund acht Monate. Mit dem ersten Spatenstich im Juni 2026 haben die Arbeiten begonnen. Schritt für Schritt entstehen nun Produktionsräume, Trainingsbereiche, Büros und die große Main Hall, die künftig das Herzstück der Arbeit in Mpigi sein wird.

Das gesamte Gejja-Team ist stolz auf dieses Projekt. Rebecca Trienekens-Domrös: „Es ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer Zukunft, in der Frauen und Mädchen in Uganda ihre Chancen selbst gestalten können.”

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Ein Feuer für den Neuanfang – Gemeinschaft am Internationalen Frauentag

Am ersten Freitag im März wurde das Gelände der Gejja Women Foundation in Bulyasi zum Treffpunkt der Gemeinde. Gemeinsam mit der Totya Platform und 45 Frauen und Männern aus dem Dorf feierte das Team den Internationalen Frauentag – offen, zugewandt und mit dem klaren Ziel, Menschen zu stärken und miteinander zu verbinden.

Aus diesem Anspruch heraus entstand ein Raum, in dem ehrlicher Austausch möglich war und neue Perspektiven wachsen konnten. In Gesprächen teilten die Teilnehmenden Erfahrungen, knüpften neue Kontakte und stellten Fragen. Das große Interesse wurde besonders an den Informationsständen sichtbar: Dort erhielten Besucherinnen und Besucher Einblicke in das SafeGirl-Projekt und die Bedeutung von Menstruationsgesundheit, lernten die Model Farm als Beispiel für nachhaltige Landwirtschaft kennen und erfuhren, wie die Gejja-Initiative „Women in Business“ Frauen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet. Zudem stellte Gejja sein Bildungsprogramm vor, das jungen Menschen den Zugang zu Schule und Ausbildung eröffnet. Die Totya Platform ergänzte das Angebot mit Informationen zu ihren Programmen und zur Prävention sexualisierter Gewalt sowie zu bestehenden Unterstützungsstrukturen.

Ein Höhepunkt des Tages war der Moment am Feuerplatz. Die Teilnehmenden schrieben auf Zettel, was sie hinter sich lassen möchten – Vorurteile, Stigmata, persönliche Belastungen – und verbrannten sie gemeinsam. In der Stille dieses Rituals lag ein kraftvoller Moment des Loslassens und ein sichtbares Zeichen für einen Neubeginn.

Beim gemeinsamen Mittagessen wurde die entstandene Gemeinschaft spürbar. Es blieb Zeit für vertiefende Gespräche, für Nähe und aufmerksames Zuhören. Eine anschließende Zumba-Einheit brachte Bewegung, Energie und Leichtigkeit in den Nachmittag.

Zum Abschluss gab es eine Verlosung: Unter anderem wurden SafeGirl-Kits und Produkte unserer Model Farm verteilt; zusätzlich erhielten Gemeindemitglieder gespendete Kleidung. Auch dabei zeigte sich, wie wichtig gegenseitige Unterstützung im Alltag ist. Über eine Vorschlagsbox brachten die Teilnehmenden ihre Ideen und Wünsche ein. Besonders hervorgehoben wurden das starke Gemeinschaftsgefühl, das gemeinsame Essen und die Feuer-Aktion; zugleich nahm das Gejja-Team den klaren Auftrag mit, zukünftige Angebote noch interaktiver zu gestalten, um Beteiligung weiter zu fördern.

Die kanadischen Gejja-Volunteers, Annie Jaggi, Jillian Siemers und Ruqia Ali Adan (von rechts nach links), waren maßgeblich an der Organisation dieser Veranstaltung beteiligt.
Die kanadischen Gejja-Volunteers, Annie Jaggi, Jillian Siemers und Ruqia Ali Adan (von rechts nach links), waren maßgeblich an der Organisation dieser Veranstaltung beteiligt.

Doch nicht nur die Gäste erlebten einen abwechslungsreichen Tag voller neuer Erfahrungen. Auch Volunteer Jillian Siemers war begeistert: „Wir sind stolz auf diesen Tag – er macht sichtbar, was möglich ist, wenn Menschen zusammenkommen und sich gegenseitig stärken.”

Totya Platform – Hilfe, die schützt und stärkt

Die Totya Platform ist eine Initiative der Social Innovation Academy (SINA) und die einzige Hotline in Uganda, die sich speziell an Betroffene sexueller Gewalt richtet. Ihr Fokus liegt auf dem Schutz von Kindern und Jugendlichen; Studien von UNICEF zeigen, dass in Uganda etwa jedes dritte Mädchen und jeder vierte Junge vor dem 18. Lebensjahr sexuelle Gewalt erlebt. Totya bietet schnelle Unterstützung – von medizinischer Notfallversorgung über psychosoziale Begleitung bis hin zu rechtlicher Hilfe – und eröffnet Betroffenen damit neue Perspektiven.

Gleichzeitig setzt die Initiative konsequent auf Prävention. Durch Aufklärung in Gemeinden, die Zusammenarbeit mit lokalen und religiösen Führungspersonen sowie die Ausbildung von Sozialarbeitenden stärkt Totya das Bewusstsein für sexualisierte Gewalt und wirkt aktiv Missbrauch und Übergriffen entgegen. Mit diesem Ansatz leistet die Totya Platform einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen sexuelle Gewalt in Uganda.

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Walk for Her Flow 2026: Gemeinsam gehen. Gemeinsam verändern

Früher Morgen in Bulyasi. Stimmen klingen durch die Luft. Schuhe treten in roten Staub. Menschen lachen, begrüßen einander, ziehen ihre T-Shirts glatt. Dann setzen sie sich in Bewegung. Rund 100 Frauen und Männer laufen beim zweiten „Walk for Her Flow“ gemeinsam los. Sie kommen aus kleinen Dörfern, aber auch aus Städten wie Kampala und Entebbe.

Die Sportlerinnen und Sportler laufen jedoch nicht einfach. Sie laufen für ein wichtiges Ziel: Sie wollen sichtbar machen, was oft übersehen wird. Sie wollen das Thema Menstruationsgesundheit in den Fokus stellen. Offen. Klar. Ohne Scham. Und sie wollen Geld sammeln, damit Frauen mit Behinderungen endlich die Unterstützung bekommen, die sie nötig brauchen.

Der Weg führt die Teilnehmenden in den Mpanga Forest. Grüne Wege. Warme Sonne. Drei Strecken. Fünf, zehn, fünfzehn Kilometer. Manche bleiben im Schatten der Bäume. Andere gehen weiter durch Dörfer und über Straßen. Unterwegs entstehen Gespräche. Nähe. Vertrauen.

Doch dieser Tag bewegt mehr als nur die Beine. Wer an den Start geht, hat zuvor in ein Walking-Kit aus T-Shirt, Tasche und SafeGirl-Flasche investiert. Rund 200 dieser Kits werden verkauft. Mit Spenden der beiden Organisationen Rotaract und Rotary (Upper Kololo), die zur weltweiten Rotary-Bewegung gehören, kommen so fast acht Millionen Uganda-Schilling zusammen – 2.000 Euro für die Finanzierung von Menstruationskits, die das Leben von Frauen mit Behinderung aus dem Distrikt Mpigi verbessern werden.

Doch nicht alle Teilnehmenden an dem großen Tag waren sportlich unterwegs: Etwa 30 Frauen blieben während des Walks auf dem Gelände der Gejja Foundation, weil sie nicht mitlaufen konnten. Aber auch für sie ist es ein besonderer Tag voller Lachen und Gespräche. Nach der Rückkehr auf das Gejja-Gelände feiern alle zusammen. Sie essen gemeinsam und genießen eine Aufführung traditioneller Tänze, die von Trommeln begleitet werden. Alle sind sichtlich zufrieden. Darüber freut sich niemand mehr als Chandiru Mariam Flavia. Die Moderatorin des Abschlussprogramms bringt das Ziel des Tages ganz einfach auf den Punkt: „Der „Walk for Her Flow“ zeigt, was entsteht, wenn viele handeln. Er schafft Wissen. Er öffnet Gespräche. Und er gibt Frauen die Mittel, ihr Leben selbst zu gestalten.“

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Wie ein Projektbesuch zu einer Herzensreise wurde

Manche Wege beginnen im Kleinen – und führen doch zu etwas Großem. Für Laurine Tertilt, die im vergangenen Sommer ihren Master in klinischer Psychologie in Rotterdam abgeschlossen hat, war Gejja lange ein Herzensprojekt aus der Ferne. Seit rund einem Jahr gehört sie zum Team des Gejja e. V., begleitet Strategien, Förderanträge, stellt Fragen, denkt voraus. Doch wie sich die Arbeit in Mpigi wirklich anfühlt, wie Menschen dort leben, arbeiten und hoffen – das kann man nicht über Bildschirme erfahren.

Im Sommer 2025 hat Laurine deshalb eine Entscheidung getroffen: Sie wollte selbst sehen, was Gejja bewirkt. Sie wollte Gesichter kennenlernen statt Zahlen, Stimmen hören statt Berichte lesen, die Energie vor Ort spüren. Und als sie Mitte Oktober in Mpigi ankam, wurde aus dem abstrakten Projekt eine lebendige Wirklichkeit. Sie erlebte Begegnungen, die tragen. Momente, die nachhallen. Und ein Team, das mit Hingabe arbeitet, als gäbe es nichts Wichtigeres.

Laurines erster Besuch bei der Gejja Women Foundation wurde zu einer Reise voller Nähe, Erkenntnis und Mut – und zu einem tiefen Verständnis dafür, was Gejja Tag für Tag möglich macht. Hier ist ihr Bericht.

Meine Ankunft

Als Mitglied von Gejja e.V. bin ich im Oktober 2025 zum ersten Mal zur Gejja Women Foundation nach Mpigi gefahren. An meinem letzten Tag, nach zwei Monaten Projektaufenthalt, möchte ich meine Eindrücke und Erfahrungen teilen.

Noch bevor ich richtig angekommen bin, war ich schon Teil eines Teambuildings: Wir fuhren gemeinsam zum Viktoriasee. Der Viktoriasee ist der größte See Afrikas und das wichtigste Reservoir des Nils. Er liegt vor allem in Uganda und Tansania und grenzt an Kenia. Seine Fläche beträgt 69.484 km². Für einige Teammitglieder war es das erste Mal, überhaupt an einem See zu stehen. Das hat den Ausflug zu etwas ganz Besonderem gemacht.


In meiner ersten Woche lernte ich die verschiedenen Teams und Projekte kennen und arbeitete an aktuellen Förderanträgen. Ich besuchte die Produktionsräume und sah die Näherei, die Modellfarm, die Tiere und den Garten. Besonders gefreut hat mich, dass ich frisches Gemüse essen konnte, das direkt vor Ort angebaut wird.

Jahresabschluss-Workshops

Zum Jahresende fanden mehrere wichtige Workshops mit unseren Co-Leads Faith, Raynard und Marjorie statt.

Ein Workshop wurde von der kanadischen Freiwilligen Zenaida Duarte, die bei der kanadischen Organisation Her Start arbeitet, geleitet. Es wurden Rückmeldungen der Mitarbeitenden ausgewertet, für jedes Programm wurde eine Strategie-Analyse erstellt, und gemeinsam wurden Prioritäten für den neuen Arbeitsplan entwickelt. Zenaida hat dazu auch einen interessanten Beitrag auf LinkedIn veröffentlicht (linkedin.com/posts/activity-7393992984955936768-YeS5?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAABPRtQABdRnsRcI_YEAGE4Pg0JLKw27wwlw).

Gemeinsam mit meiner Kollegin Merle, die den Gejja e.V. mitbegründet hat, führte ich anschließend einen weiteren Workshop durch, in dem wir mit den Co-Leads über die Organisationsstrategie und die Zukunft von Gejja e.V. und der Gejja Women Foundation sprachen. Die Gespräche waren sehr offen und herzlich. Wir hatten das Gefühl, mit Menschen zusammenzusitzen, die mit großer Motivation und echter Leidenschaft Veränderung vorantreiben. Trotz der Herausforderungen, die uns begegnen, hat dieser Austausch sehr viel Mut und Klarheit für die kommenden Jahre gegeben.

Besuch der Kyaka II Flüchtlingssiedlung

Besonders beeindruckt hat mich die Flüchtlingssiedlung Kyaka II, die ich vom 11. bis 14. November mit dem mit dem Safe Girl Team besuchte. Kyaka II wurde 2003 gegründet. Ab 2017 kam es aufgrund erneuter Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo zu einem starken Anstieg der Neuankünfte. Heute leben mehr als 113.000 Geflüchtete in der Siedlung, die vom UNHCR und dem ugandischen Amt des Premierministers verwaltet wird. Viele Bewohnerinnen und Bewohner stammen aus Nord-Kivu und Ituri, darunter auch die Gruppe der Ba Gegere Bahema.

Unser erster Besuch führte uns in den Produktionsraum, den unser Safe-Girl-Team gemeinsam mit der Arise Youth Foundation aufgebaut hat. Dort trafen wir vier beeindruckende kongolesische Frauen, die für das Safe-Girl-Projekt arbeiten. Wir verbrachten den ganzen Tag mit ihnen und produzierten Menstruationskits: Wir schnitten Stoffe zu, nähten, stellten Kits zusammen, verpackten alles und bereiteten die Boxen für die Spende am nächsten Tag vor. Die Energie und Entschlossenheit der Frauen waren sehr berührend.

Tags darauf besuchten wir eine Schule, um ein Training zu Menstruationshygiene durchzuführen und die Pads zu verteilen. Es war spannend zu erleben, wie unterschiedlich das Vorwissen der Schülerinnen war. Die Schulleiterin betonte am Ende, dass der Bedarf an Menstruationsprodukten groß ist. Ich ging mit dem Gefühl nach Hause, dass unsere Spende zwar hilft, aber angesichts des Bedarfs nur ein kleiner Beitrag ist. Viele Mädchen haben keinen Zugang zu grundlegenden Produkten, die sie für eine sichere und selbstbestimmte Menstruationshygiene benötigen.

Die übrigen Pads durften die vier kongolesischen Frauen behalten, um sie auf dem Markt zu verkaufen. Am letzten Tag erhielten sie noch ein Training zu grundlegenden finanziellen Fähigkeiten. Sie lernten, Bestände zu erfassen, Ausgaben zu kontrollieren, Einnahmen und Ausgaben zu vergleichen und eine einfache Verkaufsstrategie zu entwickeln.

Für mich war das ein besonders bewegender Moment, weil mir bewusst wurde, wie sehr solche Kenntnisse ihre wirtschaftliche Stabilität beeinflussen können. Eine der Frauen erzählte mir, dass sie eines Tages ein eigenes kleines Geschäft eröffnen und Kleidung verkaufen möchte. Ich wünsche ihr sehr, dass dieser Traum Wirklichkeit wird.

Die Zusammenarbeit mit dem Team vor Ort besser verstehen

Kurz vor meinem Abflug merke ich, wie sehr mich die letzten acht Wochen geprägt haben. Am Anfang war vieles neu und teilweise auch überfordernd – das Durcheinander auf den Straßen, ungewohnte Abläufe, neue Gesichter. Mit der Zeit ist daraus aber etwas ganz Besonderes geworden: das Gefühl, hier wirklich anzukommen und Gejja nicht mehr nur aus der Ferne zu kennen, sondern als lebendigen Ort mit Menschen, die mich mit offenen Armen aufgenommen haben.

Uganda über unsere Stiftung kennenzulernen, unterschiedliche Lebensrealitäten zu sehen und dabei auch meine eigenen Vorstellungen und Vorurteile zu hinterfragen, war eine wichtige Erfahrung. Noch bedeutsamer war für mich, die Zusammenarbeit mit unserem Team vor Ort besser zu verstehen – und die Freude zu erleben, mit der hier gemeinsam an Projekten gearbeitet wird.

Ich verlasse das Gejja-Team in Uganda mit einem weinenden Auge und hoffe sehr, bald wiederkommen zu können. Danke an alle für die schöne und unvergessliche Zeit. Ich bin unglaublich froh, dass ich die Arbeit, die mir so am Herzen liegt, mit eigenen Augen sehen durfte.


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Rechte kennen. Stimme zeigen

Mit der Community Rights Initiative stärkt die Gejja Women Foundation Menschen in Mpigi darin, ihre Rechte zu kennen, zu benennen und einzufordern. Es geht um Gleichberechtigung. Um Respekt. Und um den Mut, fest verankerte Muster zu hinterfragen.

Im Rahmen des HerStart-Programms und des Partner Innovation Fund (PIF) hat das Team zwischen Oktober und Dezember 2025 zwei große Community-Veranstaltungen umgesetzt. Zwei Tage, die gezeigt haben, was möglich ist, wenn Gemeinschaft entsteht.

Anfang Oktober kamen Frauen, Männer und Jugendliche in Bulyasi (Mpigi) zu einem ganztägigen Workshop zusammen. Ziel war es, sensible Themen offen anzusprechen – und gemeinsam Lösungen zu denken. Im Fokus standen Kinderrechte und Kinderarbeit, Diskriminierung, insbesondere von Frauen und Mädchen, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt sowie ungleiche Machtverhältnisse und schädliche soziale Normen

Kurze Inputs gaben den Teilnehmern Orientierung. Gespräche öffneten Räume. In Kleingruppen teilten die Teilnehmenden persönliche Erfahrungen und machten sichtbar, wie sehr diese Themen den Alltag prägen.

Besonders wichtig: Der Workshop bot einen geschützten Rahmen. Generationenübergreifend. Respektvoll. Auf Augenhöhe.

Anfang Dezember folgte die zweite PIF-Veranstaltung mit rund 100 Teilnehmenden aus der Region Mpigi. Eröffnet wurde sie von Gejja-Gründerin Majorie Atuhurra. Ihre Botschaft war klar: Jede Stimme zählt. Jede Form des Ausdrucks ist willkommen.

In zwei generationenübergreifenden Gruppen setzten sich die Teilnehmenden kreativ mit zentralen Menschenrechtsthemen wie Kinderarbeit, Diskriminierung sowie geschlechtsspezifische und sexuelle Gewalt auseinander. Dabei vertrauten die Teilnehmer nicht nur auf die Kraft der Worte. Sie machten auch in Theaterbeiträgen und Tänzen sichtbar, was Worte allein oft nicht leisten können. Vor allem diese Beiträge waren eindrücklich, ehrlich und berührend.

Besonders emotional war der gemeinsame Auftritt von Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen. Es zeigte: Veränderung ist kein Generationenprojekt. Sie geht nur zusammen. „Wir bei Gejja sind überzeugt: Veränderung beginnt dort, wo Menschen ihre Rechte kennen, ihre Stimme nutzen und sich gegenseitig stärken”, sagt Majorie und bringt die Erfahrungen der beiden Tage auf den Punkt: „Sie haben Mut gemacht. Gespräche angestoßen. Und Gemeinschaft wachsen lassen. Das ist Gejja.“

Schon gewusst?

HerStart ist ein Programm von Youth Challenge International (YCI). Es unterstützt junge Frauen und Partnerorganisationen wie Gejja dabei, soziale Unternehmen aufzubauen, Strukturen nachhaltig zu stärken und die Community-Entwicklung langfristig zu verankern.

Der Partner Innovation Fund ermöglicht zusätzliche finanzielle Mittel, Trainings und fachliche Begleitung. So entstehen Projekte, die nah an den Menschen sind – und echte Wirkung entfalten.

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Von Mut, kleinen Läden und großen Träumen

Manche Veränderungen beginnen leise. In einer Nähwerkstatt. Auf einem kleinen Feld. In einem Klassenzimmer. 2025 war für die Gejja Women Foundation ein Jahr solcher leisen, aber tiefgreifenden Schritte, die durch das Vertrauen und die Unterstützung vieler Menschen ermöglicht wurden.

Und das ist ein kleiner Ausschnitt der Highlights:

In der Kyaka-II-Flüchtlingssiedlung bedeutete unser Safe-Girl-Programm für viele Mädchen erstmals einen sicheren Schulalltag. Wiederverwendbare Menstruationshygieneprodukte, genäht von geflüchteten Frauen aus dem Kongo, schufen Würde, Bildungschancen und Einkommen zugleich. Dass dieses Engagement mit dem Acumen Angels Award 2024 ausgezeichnet wurde und durch eine neue Partnerschaft mit der Niedersächsischen Bingo-Stiftung gestärkt wird, ist Anerkennung und Ansporn zugleich.

Auch im Bereich der wirtschaftlichen Selbstständigkeit wurde Mut sichtbar. 45 Frauen nahmen in diesem Jahr am Acceleration Program teil – viele von ihnen ohne Schulbildung, aber mit Ideen und dem Wunsch nach Veränderung. Heute führen mehr als 80 Prozent ein eigenes kleines Geschäft. Umweltfreundliche Start-ups, etwa für die Brikettproduktion, Seifen oder Bambusprodukte, zeigen, wie aus Zuversicht und Selbstvertrauen konkrete Zukunft werden kann.

Auf der Gejja Model Farm wuchs in diesem Jahr nicht nur Mais. Hier wuchsen Wissen, Verantwortung und Planungssicherheit.

Das Seed-Loan-Program machte sichtbar, was gemeinsames Lernen bewirken kann: Aus fünf Kilogramm Saat wurden im Durchschnitt 300 Kilogramm Ernte – genug, um Familien zu ernähren und Hilfe weiterzugeben.

Gemeinschaft stand auch im Zentrum der Bildungsarbeit. Menschen unterschiedlichen Alters kamen zusammen, um über Rechte, Verantwortung und Zusammenhalt zu sprechen – kreativ, offen und respektvoll. Internationale Freiwillige und Vereinsmitglieder begleiteten diese Prozesse und brachten Nähe, Austausch und neue Perspektiven ein.

„Was uns immer wieder bewegt, ist der Mut der Frauen – und das Vertrauen, das sie uns entgegenbringen“, sagt Rebecca Trienekens-Domrös, Vorsitzende von Gejja e. V. „Dass so viele Menschen uns dabei unterstützen, schenkt nicht nur Mittel, sondern Hoffnung. Und Hoffnung verändert Leben.“

Gejja dankt aus ganzem Herzen allen Spenderinnen und Spendern für ihr Vertrauen und ihre Verbundenheit. Aus vielen einzelnen Beiträgen entsteht die Kraft, Veränderung möglich zu machen. Ein besonderer Dank gilt der Fürsorge- und Bildungsstiftung sowie der Alfred-Neven-Dumont-Stiftung, deren engagierte Unterstützung zentrale Entwicklungen getragen hat. Dieses Miteinander – groß und klein – öffnet Wege in eine selbstbestimmte Zukunft.

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Manchmal sind es die kleinen Geschichten, die am meisten bewegen. In unseren Gejja Snapshots zeigen wir, was die Arbeit der Gejja Women Foundation jeden Tag bewirkt. Es sind kurze Einblicke in das Leben mutiger Frauen, engagierter Teams und wachsender Gemeinschaften. Geschichten von Fortschritt, Hoffnung und Zusammenhalt. Jede erzählt von einem kleinen Erfolg – und zusammen ergeben sie ein großes Bild: Frauen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen.

Safe Girl Advocacy, Outreach & Innovation Partnerschaft mit CBS PEWOSA

In Zusammenarbeit mit CBS PEWOSA schulte Safe-Girl-Team Frauen in Bulo und Gombe. Die 2009 gegründete CBS PEWOSA ist eine einheimische Organisation, die sich auf die Förderung von Gemeinschaftsentwicklung, Frauen-Empowerment und finanzielle Inklusion spezialisiert hat. Der Name steht für „Project to Empower Women through Savings and Loan Associations” und ist eng mit dem Radiosender CBS (Central Broadcasting Service) sowie dem Buganda-Königreich verbunden.

Die Schulungen konzentrierten sich auf die Herstellung von wiederverwendbaren Damenbinden und boten wichtige Aufklärung zur Menstruationsgesundheit. Diese Partnerschaft vermittelte vielen ländlichen Frauen neue Fähigkeiten und Selbstvertrauen.

Im Mittelpunkt der Schulungen steht die Produktion wiederverwertbarer Binden.
Im Mittelpunkt der Schulungen steht die Produktion wiederverwertbarer Binden.

Making Uganda Great Again

Tryphine und Marjorie vertraten Safe Girl stolz beim African Business Forum, wo sie unsere wiederverwendbaren Damenbinden ausstellten und sich anderen ugandischen Produzenten bei der gemeinsamen Anstrengung von „Making Uganda Great Again“ anschlossen.

Tryphine Kemigisha (l.) and Angella Marjorie representing the Gejja Women Foundation at the African Business Forum.
Tryphine Kemigisha und Angella Marjorie vertraten die Gejja Women Foundation beim African Business Forum.

Zurück zur Schule mit einem Lächeln

Während andere in den Ferien zur Ruhe kommen, ist Nakagwa Babra mittendrin. Die Koordinatorin des Gejja-Educational-Support Program stellt sicher, das alle von der Gejja Women Foundation geförderten Kinder mit neuen Schulmaterialien versorgt sind, wenn das neue Schuljahr beginnt.  

Doch damit nicht genug: In den Ferien organisierte Babra gemeinsam mit ihrem Team erstmalig einen Computerunterricht für die Kinder der Gemeinde – ein Angebot, das nicht nur unseren Stipendiatinnen und Stipendiaten, sondern auch anderen Schülerinnen und Schülern vor Ort zugutekommt.

Mit dieser Initiative möchte die Gejja Women Foundation die digitale Lücke schließen, die Kinder auf dem Land oft von ihren Altersgenossen in der Stadt trennt. Denn Bildung hört nicht an der Schultür auf – sie beginnt dort, wo Chancen geschaffen werden. Und genau das tut Babra – mit jedem Kind, das in diesen Tagen lernt, wie man einen Computer bedient.

Ab sofort soll das Ferienprogramm regelmäßig stattfinden – ein kleiner Schritt für heute, ein großer für morgen.

Nakagwa Babra and student Alice Namuwonge looking forward to the new school year.
Nakagwa Babra und Schülerin Alice Namuwonge freuen sich auf den Schulanfang.
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Ein Schwung, der Leben verändert

Sonne, sportlicher Ehrgeiz und ein großartiger Zweck: Beim 3. Gejja Charity Golf-Cup am 21. September 2025 im Golfclub Haus Bey in Nettetal-Hinsbeck spielten 50 Golferinnen und Golfer für die gute Sache. Der Erlös des Turniers von 6.560 Euro geht an die Gejja Women Foundation in Uganda, die Frauen und Mädchen durch Bildung und wirtschaftliche Selbstständigkeit unterstützt.

„Kein Prunk, kein Tamtam – jeder Euro fließt direkt in unsere Projekte vor Ort“, erklärt Rebecca Trienekens-Domrös, Vorstandsvorsitzende des Gejja e. V. „Mit den Spenden können wir unter anderem weitere Schulaufklärungen finanzieren und Nähtrainings für Frauen anbieten, damit sie eigene Hygieneartikel herstellen können. So entsteht echte Perspektive.“

Bei angenehmem Herbstwetter starteten die Teams um 11 Uhr zum 2er Scramble über 18 Löcher. Den Wanderpokal holten sich der Präsident des Golfclubs, Hans Odenius, und seine Frau Angelika die zum ersten Mal beim Turnier dabei waren – und gleich gewannen. Auch viele jüngere Golferinnen und Golfer nahmen teil, was Isabel Otto-Duck, Geschäftsführerin des Golfclubs Haus Bey, besonders freute: „Es war ein wunderbarer Tag mit toller Stimmung auf dem Platz. Dass wir so viele junge Spielerinnen und Spieler dabeihatten, zeigt, wie sehr das Turnier inzwischen in unserem Club verankert ist.“

Neben dem sportlichen Wettbewerb sorgten Waffeln an Bahn 9, eine Tombola mit attraktiven Preisen und Live-Musik von Rodney R. C. M. Moore für beste Laune.

„Wir sind überwältigt von der Herzlichkeit hier im Golfclub Haus Bey“, so Rebecca Trienekens-Domrös weiter. „Dieses Engagement aus Deutschland gibt den Frauen in Uganda Mut und Selbstvertrauen – und genau das ist der Kern unserer Arbeit.“ Ihr Dank gilt auch dem Gejja-Team, das sich vor Ort um das Wohl der Teilnehmer kümmerte – allen voran Sohn Johann und Neffe Louis, die sich vor allem um den Waffelnachschub kümmerten – sehr zur Freude der Golfer.

Für Gejja ist der Golf-Charity-Cup längst mehr als ein sportliches Ereignis. Er verbindet Menschen über Kontinente hinweg – mit der Kraft gemeinsamer Verantwortung.

„Jeder Schlag, jeder Putt, jedes Lächeln an diesem Tag trägt dazu bei, dass in Uganda mehr Mädchen zur Schule gehen können“, sagt Isabel Otto-Duck. „Das ist Golf mit Herz – und darauf können wir alle stolz sein.“

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„Perspektiven öffnen heißt: Menschen stark machen“


Ein Gespräch mit Michael Beier vom gemeinnützigen HEF Fund über die Due Diligence Reise in Uganda, wo er mit einem Team der Gejja Women Foundation zwei Schulen besuchte – und was ihn dort nachhaltig beeindruckt hat. 

Herr Beier, Sie waren vor Ort in Uganda. Was hat Sie am meisten bewegt?

Die Energie der Frauen. Ihr Stolz. Ihr Wille, etwas zu verändern. Das war greifbar. Und ehrlich gesagt: Das ist genau das, was Entwicklungszusammenarbeit ausmachen sollte – Menschen vor Ort zu stärken, Wissen und eigenes Engagement zu vermitteln – und insbesondere Mädchen und jungen Frauen Selbstvertrauen zu geben und so Perspektiven zu öffnen.

Was genau macht das Projekt der Gejja Women Foundation so besonders?

Es bricht ein riesiges Tabu: die Menstruation. In vielen Regionen Afrikas gilt sie noch als „Krankheit“. Und da machte auch ein Schuldirektor keine Ausnahme. Mädchen fehlen im Unterricht, weil sie sich schämen. 20 Prozent verlassen die Schule, brechen ihre Ausbildung ab – wegen der Menstruation und der fehlenden Hygiene, wegen des Verlustes von Unterrichtsinhalten durch ihre Abwesenheit. Dies ist ein gesellschaftliches Problem, insbesondere im ländlichen Raum. Das Team vor Ort bringt Aufklärung und Selbstvertrauen – einfühlsam, praktisch, mutig. Und sie beziehen die Jungs ein. Das verändert ganze Gemeinschaften. 

Wie reagieren die Schülerinnen und Schüler?

Mit Neugier und Respekt. Die Jungen hörten zu, machten mit, nähten sogar Binden – für ihre Mütter oder Schwestern. Ohne dumme Sprüche. Das zeigt: Wenn man die Themen richtig vermittelt, passiert auch was – in den Köpfen, in der Haltung, im Respekt zueinander. 

Wie nachhaltig ist die Wirkung?

Sehr. Weil die Gejja-Mitarbeiterinnen wie Faith und Marjo aus eigener Erfahrung sprechen. Und weil das Team dranbleibt – auch ohne große Mittel. Für uns als Förderer war klar: Das Projekt wirkt. Und es lebt.

Gab es auch kritische Punkte?

Ja. Die Inhalte müssen noch stärker altersgerecht vermittelt werden – weniger Frontalunterricht, mehr Storytelling, mehr eigenes Erleben erzählen. Aber genau dafür sind solche Besuche wichtig. Um besser zu verstehen, wie Bildung und Aufklärung, wie Mut machen vor Ort wirkt. 

Was nehmen Sie mit zurück nach Deutschland?

Verantwortung. Und Begeisterung. Es war genau richtig, hinzufliegen. Entwicklungshilfe lebt vom Vertrauen. Und das entsteht, wenn man hinschaut – und zuhört.

Wie geht es weiter mit der Förderung?

Die gemeinnützige Unternehmergesellschaft HEF Fund unterstützt das Projekt mit rund 10.000 Euro, dies sind vor allem Fördermittel der Bingo Umweltstiftung Niedersachsen. Ich bin überzeugt: Da ist noch mehr möglich, ja notwendig, um dem Engagement des Teams von Gejja Woman Foundation eine sichere Zukunft zu geben. Wenn eine Initiative so viel Wirkung unmittelbar vor Ort zeigt, lohnt sich jeder Cent. 

SCHON GEWUSST?

Die HEF Fund ist eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft mit den Zwecken Bildung und Erziehung, Wissenschaft und Forschung, Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit, Kunst und Kultur, Natürlicher Klimaschutz und Umweltschutz, Naturschutz und Artenschutz. Sie hat ihren Sitz in Hildesheim und ihr Büro in Berlin. 

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Grundsteinlegung für das neue Haus aus Flaschen

Mit Sand und Lehm füllen, mit einem Stock verdichten, noch ein bisschen auffüllen, fertig. Was sich so einfach anhört, war für das Bauteam ein gewaltiger Kraftakt. Immerhin mussten die Frauen rund 18.000 Plastikflaschen so behandeln. Sie sind die Bausteine für das zweite Flaschenhaus, das in Mpigi entstehen wird. Anfang Juli wurde der Grundstein gelegt.

Anfang Juli war Grundsteinlegung.

Wenn alles klappt, wird das neue Haus aus Flaschen im September bezugsfertig sein. Es soll in Zukunft als Unterkunft für Mitarbeiter dienen.

Mit einem Ziel vor Augen macht auch das Füllen von Flaschen Spaß – vor allem wenn, Gejja-Gründerin Marjorie Angella Atuhurra kräftig mitmacht.

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Frisches Wissen für frisches Gemüse

Die Sonne brennt, der Boden staubt – doch auf der Model Farm der Gejja Women Foundation wächst die Zukunft. Dort wird nicht nur geerntet, sondern auch stetig dazugelernt.

Mit hohem Interesse reisten Frauen und Männer aus dem Model-Farm-Projekt jüngst nach Kampiringisa ins National Farmers Leadership Center (NFLC). Das staatliche Ausbildungszentrum macht aus Landwirtinnen und Landwirte „Agripreneurs“. Es setzt auf Leadership-Training in der Landwirtschaft, moderne Anbautechniken wie Tropfbewässerung, Gewächshausbau), lehrt Betriebsführung & Marketing und fördert unternehmerisches Denken.

Das Model-Farm-Team lernte im NFLC, was modernes Farming bedeutet: weniger Zufall, mehr System. Weniger Handarbeit, mehr Planung. Landwirtschaft als Business – das ist die neue Saat.

Weiter ging’s nach Mityana zur Dem Farm (Demonstration Farm). Eine Farm zum Anfassen. Zum Lernen. Zum Staunen. Die Dem Farm ist eine privat geführte, praxisorientierte Lernfarm. In deren Fokus stehen unter anderem Bio-Anbau, Bodenpflege sowie Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft.

Dort erlebte das Team, wie Kompost Leben schenkt. Wie aus einem kleinen Beet ein ganzes Einkommen wächst. Und wie Nachhaltigkeit auf dem Acker beginnt.

Zurück auf der Model Farm sprießen jetzt nicht nur Bohnen – sondern auch Ideen. Neue Pflanzmethoden. Neue Kontakte. Neue Energie. Das Ziel: Mehr ernten, besser verkaufen, fair teilen.

Die Model Farm ist mehr als ein Feld. Sie ist ein Labor für nachhaltige Entwicklung. Und ein Hoffnungsträger für Menschen wie Kadooli Paul. Er sagt: „Früher hatte ich nur eine Hacke und Glück. Jetzt habe ich Wissen. Und einen Plan.“

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Von Null auf Zukunft – Frauen starten durch

Wer nichts hat, braucht mehr als Mut. Man braucht auch eine Chance. Genau die gibt Gejja. Im Women Start-Up-Programm werden Frauen zu Gründerinnen: Witwen. Teenager-Mütter. Frauen ohne Schulabschluss. Die meisten dieser Frauen besitzen oft nichts: kein Kapital, keine Ausbildung und oft auch keine Unterstützung. Aber sie haben eine Idee – und die Gejja Women Foundation hilft beim Start. Die Frauen lernen rechnen, planen, verkaufen. Sie bekommen nicht nur Mut – sie bekommen auch Mentorinnen, Startkapital und eine Idee zum Wachsen.

Seit Mai nehmen neue Projekte richtig Fahrt auf. SESMO zum Beispiel. SESMO steht für „Save Environment Save Money”. Dahinter verbirgt sich die umweltfreundliche Produktion von Briketts, die unter anderem aus Sägemehl und Holzkohle bestehen. Die Maschinen in Kavule laufen, das Team sprüht vor Energie.

Auch das neue Bambus-Start-up ist bereit: Aus dem natürlichen Rohstoff wollen die Gründerinnen langlebige Produkte schaffen – ökologisch, marktfähig und stark nachgefragt. „Ich hätte nie gedacht, dass meine Hände einmal ein eigenes Produkt herstellen. Jetzt glaube ich an mich“, sagt Kavuma George, eine der Gründerinnen.

Und dann ist da noch Kawowo Naturseife – mit dem Ziel, Hygiene in der Region zu verbessern. Handgemachte Seifen aus einfachen Zutaten. Für saubere Hände und saubere Geschäfte.

Und es geht weiter: Angel Nankabirwa, die zum Start-up-Team Team der Gejja Women Foundation zählt, und Volunteer Lisa Hensel besuchten jüngst zwei weitere Start-ups, die jetzt richtig durchstarten – den Hühnerhof Birungi Layers in Bukakala und das Mwavu-Wasserprojekt.

Was früher den Frauen fehlte, ist jetzt da: Selbstvertrauen, Struktur und Perspektive. Gejja zeigt: Ein Unternehmen kann klein anfangen – aber Großes bewirken.

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Wenn Aufklärung Zukunft schafft

Bildung statt Schweigen – das ist die Mission der Gejja Women Foundation. Anfang Juni reiste das Team zwei Tage lang in die abgelegene Bergregion Kapchorwa im Osten Ugandas. Ziel: Aufklären, befähigen, stärken. Dort, wo über Menstruation kaum gesprochen wird, öffnet Gejja Räume für ehrlichen Austausch – und bringt praktische Hilfe gleich mit.

Die Region ist bekannt für ihre tief verwurzelten Traditionen. Viele davon geben Halt – doch manche fesseln. Noch heute sind Mädchen und Frauen hier von unsäglichen Praktiken wie weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Auch die Menstruation gilt oft als unrein – ein Tabu, das Mädchen in die Isolation treibt.

An beiden Tagen erreichte das Team mehr als 600 junge Menschen – an der Kapkwirwok Primary School sowie der Gamatui Girls Secondary School. Mit dabei: Lehrerinnen, Eltern, Dorfälteste. Alle hörten zu. Alle machten mit. Dabei wurde wieder vor allem eines deutlich: Die Gejja Women Foundation versteht sich als Partnerin in einem nachhaltigen Wandel. Nicht als Außenstehende, sondern als Teil eines Netzwerks engagierter Menschen vor Ort.

Die Mädchen lernten, wie man wiederverwendbare Binden näht. Die Jungen erfuhren, warum Verständnis genauso wichtig ist wie Hygiene. 250 Menstruationskits wurden verteilt. Für viele das erste Mal, dass sie ein eigenes, sicheres Produkt in den Händen hielten.

Die Rückmeldungen waren eindrücklich. Viele Mütter, Eltern und Betroffene meldeten sich mit dem Wunsch nach weiterer Unterstützung.  Eine Mutter erzählte bewegt: „Meine Tochter hat ihre Periode bekommen – aber wir haben nichts“. Solche Sätze zeigen, wie groß der Mangel ist. Und wie wichtig die Arbeit der Gejja Women Foundation bleibt.

Doch es geht nicht nur um Produkte. Es geht um Würde. Um Bildung. Und darum, dass jedes Mädchen das Recht hat, ohne Angst zur Schule zu gehen – an jedem Tag im Monat.

Unterstützt wurde das Team bei dieser Aufklärungsreise von der BINGO-Umweltstiftung. Gemeinsam mit der Gejja Women Foundation schenkte sie in Kapchorwa Mut. Sie schenkte Wissen. Sie schenkte Hoffnung. Die Gründerin der Gejja Women Foundation, Angella Marjorie Athurrua, bringt es auf dem Punkt: „Menstruation darf kein Grund für Scham sein – sie gehört zu uns. Und das Wissen darum macht uns stark.“

Über die BINGO-Umweltstiftung

Sitz: Hannover, Deutschland

Ziel: Förderung von Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Entwicklungshilfe & Bildung für nachhaltige Entwicklung – in Deutschland und weltweit

Internationale Projekte: u.a. Frauenförderung, Bildung, Gesundheit, nachhaltige Entwicklung, Wasser- und Energieversorgung, Biodiversitätsschutz

Finanzierung: Erlöse aus der Umweltlotterie „BINGO! Die Umweltlotterie“

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Menstrual Hygiene Day 2025: Wie Gejja Wissen, Würde und Wandel schafft

Für viele Mädchen in Uganda war die Menstruation lange Zeit ein Tabuthema – verbunden mit Unsicherheit, Scham und fehlendem Zugang zu Hygieneprodukten. Doch das ändert sich. Immer mehr junge Frauen erleben ihre Periode heute nicht mehr als Bürde, sondern als natürlichen Teil ihres Lebens – selbstbewusst, mutig, aufgeklärt und eingebunden in eine Gemeinschaft, die sie stärkt. Dafür sorgt auch die Gejja Women Foundation. Jeden Tag. Und ganz besonders am 28. Mai, dem weltweiten Menstrual Hygiene Day (MHD).

In diesem Jahr hat das Gejja-Team gemeinsam mit Partnern einen Tag voller Wissen, Gespräche und Aufklärung organisiert. Über 100 Menschen folgten dem Ruf und feierten diesen besonderen Tag: Schüler, Jugendgruppen, Anwohner, internationale Helfer – sie alle waren da. Sogar Polit-Prominenz gab Gejja Rückendeckung: Nakawunde Sarah Temulanda, Kandidatin für das Frauengebiet Mpigi, machte deutlich, wie wichtig menstruelle Gerechtigkeit auch auf politischer Ebene ist.

Gejja zeigt, wie es geht

Das Projekt Safe Girl präsentierte an diesem Tag seine bisherigen Erfolge und zeigte, wie man sich gemeinsam für eine periodenfreundliche Welt einsetzen kann. Und Gejja bewies: Menstruationsprodukte schaffen Jobs. Frauen wollen lernen, wie sie Binden nähen können – das zeigte sich auch am MHD. Für Gejja war das der erste Schritt zu zukünftigen Workshops und einer besseren Zukunft.

Auch andere Organisationen teilten in Mpigi wichtiges Wissen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit: Reproductive Health Uganda informierte über Verhütung und Fruchtbarkeit. Die Totya Foundation sprach über sexuelle Gewalt. Die SRHR Alliance klärte über den Zyklus auf. Vital Care stellte gute Praktiken rund um Schwangerschaft und Geburt vor. Die Straight Talk Foundation thematisierte sexuell übertragbare Krankheiten. Auch die Bank Stanbic war als Partner dabei.

Quiz-Fieber packt Schüler

Für große Begeisterung bei Schülerinnen und Schülern sorgte ein Quiz über Menstruationswissen – moderiert von Nakawuki Stella Lukwago, Projektleiterin Uganda des HerStart-Projekts. Die besten Teams wurden mit Safe-Girl-T-Shirts, Mützen, Binden-Sets und Schals belohnt. Danach wurde es kreativ: Mädchen und Jungen fädelten Armbänder mit roten und transparenten Kugeln, die Kraft, Würde und den natürlichen Zyklus symbolisieren. Dass auch Jungen und lokale Führungskräfte aktiv am Programm teilnahmen, zeigte: Menstruation ist nicht mehr länger ein reines Frauenthema – es betrifft die gesamte Gemeinschaft.

Gejja verändert Leben

Nach dem Essen gab’s für viele Mädchen ein Safe-Girl-Kit: Stoffbinden, Unterwäsche, Infos. Mehr als nur Hygieneartikel – es sind Werkzeuge für Würde und Selbstständigkeit.

Für Gejja-Mitgründerin Catharine Nakayemba war dieser 28. Mai 2025 ein besonderer Tag, der ihr nachhaltig in Erinnerung bleiben wird: „Für viele Mädchen war es das erste Mal, dass sie in einem unterstützenden Umfeld über Menstruation sprechen konnten. Mütter und Töchter kamen gemeinsam – und schlossen Generationenlücken, indem sie Gespräche begannen, die nun zu Hause weitergeführt werden können.“

Und damit hatte die Gejja Women Foundation ein weiteres wichtiges Ziel erreicht: Mit ihrem Menstrual Hygiene Day 2025 hatte sie einen Raum geschaffen, in dem Menstruation nicht länger verschwiegen, sondern gemeinsam gefeiert wurde.

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Volunteer Marie Wilms im Einsatz für Frauenrechte

Das vertraute Hockeyfeld gegen die afrikanische Savanne einzutauschen, nein, das fiel Marie Wilms aus Mönchengladbach wirklich nicht schwer. Mit bestandenem Abitur zog es die sportliche 18-Jährige nach Uganda, um bei Gejja freiwillig mitzuarbeiten. „Schon lange wusste ich, dass ich nach meinem Abi nach Uganda möchte“, erzählt Marie. Denn: „Meine Eltern sind dort in einem anderen Projekt engagiert, und ich wollte unbedingt meinen Teil dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu machen.“

Bei Gejja ist Marie für einen Monat zusammen mit ihrer besten Freundin Emilia. Ihr Alltag ist vielfältig: von der Unterstützung bei administrativen Aufgaben über die Mithilfe auf der Model Farm bis hin zu Schulbesuchen, bei denen sie Hygienekits an Mädchen verteilt.

Ein Projekt, dem sie viel Aufmerksamkeit widmet, ist die digitale Weiterbildung der Frauen vor Ort. „Ich habe eine Präsentation für einen Workshop zum Erlernen von digitalen Grundkenntnissen erstellt. Es ist so wichtig, dass die Frauen hier die Möglichkeit haben, sich weiterzubilden und ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern“, erklärt Marie.

Besonders am Herzen liegt ihr das Thema Frauenrechte. „Ich finde es bewundernswert, wie offen das Safe-Girl-Team mit dem Thema Menstruation umgeht“, sagt sie. „Großartig, dass Mädchen über ihren Körper aufgeklärt werden und Zugang zu Hygieneprodukten haben.“

Von der Arbeit in der Gejja Women Foundation ist Marie rundum begeistert „Die Vision, Frauen zu stärken und ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen, hat mich von Anfang an überzeugt.“ Sie ist dankbar für die Erfahrungen, die sie in Uganda macht: „Ich lerne so viel über andere Kulturen, über mich selbst und darüber, wie wichtig es ist, sich für andere einzusetzen.“

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Volunteer Alice Steger: Mit kleinen Mitteln große Veränderung bewirken

Was veranlasst eine 23jährige Innsbruckerin, die erfolgreich Molekulare Medizin studiert hat, als Volunteer bei Gejja zu arbeiten? Alice Steger muss nicht lange nachdenken: „Es hat sich falsch angefühlt, in der Medizin an Themen zu forschen, während die meisten Menschen auf der Welt nicht einmal Zugang zu den bereits erhältlichen medizinischen Mitteln haben.“ Ihr wurde klar, dass sie in einem Bereich arbeiten möchte, in dem sie Veränderungen bewirken und Menschen helfen kann. Als sie schließlich über einen Freund Gejja kennenlernte, war sie sofort begeistert.

„Ich bin hier bei Gejja nicht nur um zu helfen, sondern auch um zu lernen“, sagt Alice. Anfangs in alle Projekte involviert, landete sie schließlich bei „Women start-ups“, wo sie Abläufe optimiert, digitalisiert und als Mentorin Frauen in ihrem Business unterstützt. Darüber hinaus ist sie unter anderem am Acceleration Program und dem Adult Education Program beteiligt.

„Es fühlt sich mittlerweile für mich und meine Arbeitskolleginnen so an, als wäre ich schon seit Jahren hier“, erzählt Alice. Der enge Kontakt zu den Frauen, ihre berührenden und oft harten Geschichten, bewegen sie immer wieder aufs Neue. „Das macht mich wütend, aber gibt mir auch viel Motivation weiter zu arbeiten“, bekräftigt sie. Und: „Hier wird mit den kleinen Mitteln, die man hat, versucht, Veränderung zu schaffen“, sagt sie. Was sie besonders beeindruckt? Ganz klar: „Die Leidenschaft und Stärke der Frauen bei Gejja.“

Ihre Zeit bei Gejja bestärkt Alice in ihrem Wunsch, sich auch in Zukunft für Frauenrechte einzusetzen. Sie will ihr Privileg nutzen, um anderen zu helfen. In Berlin will sie ihr Soziologie-Studium fortsetzen, das sie in Innsbruck begonnen hat. Aber sie weiß auch: In Uganda hat sie ein zweites Zuhause gefunden, die Menschen dort seien „wie eine Familie“ für sie.   

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Nächstenliebe oder Überforderung?

Wenn wir die Hoffnung verlieren, Frieden in der Welt zu erwirken, haben wir jetzt schon verloren“, mahnte der Kölner Pfarrer Franz Meurer bei einer Podiumsdiskussion in Köln. Die Veranstaltung zum Thema „Kümmert uns die Armut der Welt nicht? Oder sind wir überfordert?“ lockte Ende September zahlreiche Interessierte in den Kölner Presseclub. Neben Meurer diskutierten die Unternehmerin und Gejja e.V-Initiatorin Rebecca Trienekens-Domrös sowie Clemens Graf von Mirbach-Harff, Generalsekretär von Malteser International, über die Grenzen und Möglichkeiten der Hilfe in der Welt.

Einigkeit bestand auf dem Podium darin, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, die Welt zum Positiven zu verändern. Mirbach-Harff betonte den Stellenwert „hauptamtlicher” Helfer. Pfarrer Meurer hob – wie immer leicht spitzbübisch – den Wert der Hilfe für den Helfenden hervor: „Wer anderen hilft, kommt sicher in den Himmel.”

Rebecca Trienekens-Domrös zeigte den Zuhörern, wie man die Welt tatsächlich positiv verändern kann: Sie berichtete über das Engagement des Gejja e.V. in Afrika. Der Verein ist der deutsche Ableger der Gejja Women Foundation in Uganda. Die Organisation unterstützt Mädchen und Frauen aus dem ländlichen Bereich dabei, durch wirtschaftliche Unabhängigkeit und Bildung, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Im Fokus stehen dabei auch Aufklärungskampagnen in Schulen und Gemeinden rund um das Thema Menstruation. Rebecca Trienekens-Domrös: „Dabei verteilen wir kostenlos wiederverwertbare Hygieneartikel, die im Projekt hergestellt werden.“ 

Für die Unternehmerin ist es besonders wichtig, dass alle aus dem deutschen Team den Menschen in Afrika auf Augenhöhe begegnen. „Wir entscheiden nicht nach Gutsherrenart, was vor Ort gebraucht wird, sondern richten uns einzig und allein nach den Wünschen und Bedürfnissen unseres afrikanischen Teams.“

Sehr groß ist im Gejja-Projekt das Bedürfnis nach Bildung. „Wir wissen, dass Bildung einen entscheidenden Einfluss auf die Armutsbekämpfung hat“, sagte Trienekens-Domrös. Das zeige auch eine Studie der Uganda Demographic Health Survey: Frauen mit höherer Bildung bekommen im Durchschnitt drei bis vier Kinder weniger als Frauen ohne Bildung. Bei einer Gesamtbevölkerung von rund 46 Millionen Einwohnern, von denen knapp die Hälfte jünger als 15 Jahre alt ist, liegt der Einfluss der Bildung auf das Bevölkerungswachstum und Armut auf der Hand.

Trotz der Erfolge in unterschiedlichen Projekten in allen Teilen der Welt warnte das Podium allerdings vor Überforderung angesichts der zahlreichen Krisenherde. Rebecca Trienekens-Domrös: Wir können nicht die ganze Welt retten. Aber können nach Lösungen für die Probleme jener Länder suchen, die durch europäischen Kolonialismus und damit verbunden durch die Ausbeutung geschwächt wurden.”

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Ugandische Frauenpower trifft auf deutsche Landfrauen

Im September besuchte Raynard Gorret Ndagire auf Einladung des Deutschen LandFrauenverbands (dlv) landwirtschaftliche Betriebe im Norden des Landes. Eine Reise, die die Mitgründerin der Gejja Women Foundation nachhaltig beeindruckte. „Ich habe sehr viel über landwirtschaftliche Praktiken gelernt und so viele inspirierende Frauen getroffen“, schwärmt Raynard nach ihrer Rückkehr.

Der 1948 gegründete Deutsche Landfrauenverband ist eine bundesweite Organisation, die die Interessen von rund 450.000 Frauen aus ländlichen Gebieten vertritt. Mittlerweile engagiert sich die Organisation auch in internationalen Projekten. Die Seminarreise von Frauen aus Uganda gehört dazu. Sie führte Raynard und ihre zwölf Mitstreiterinnen von Berlin aus durch verschiedene landwirtschaftliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Dort trafen sie auf junge Landfrauen, die ihnen einen Einblick in ihre Arbeit gaben.

Ob Ziegenhaltung oder Käseherstellung, Pflanzenzucht oder Informationen über die ehrenamtliche Mitarbeit im Verband – Raynard lernte bei ihrem Besuch eine Menge über Strukturen und Arbeitsprozesse rund um einen landwirtschaftlichen Betrieb. Im Fokus stand außerdem die Entwicklung von Ideen zur Verbesserung des Einkommens.

Besonders fasziniert war sie von der langjährigen Tradition mancher Bauernhöfe. „Einige gibt es schon seit 13 Generationen. Damit die nächste Generation weiß, was getan wurde, halten die heutigen Betreiberinnen alles rund um die Hofaktivitäten fest. Viele benutzen dazu eine Software. Das ist etwas, das wir auch für Gejja im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsplans ausprobieren werden.“

Aber nicht nur die Landwirtschaft hat Raynard begeistert. Auch die deutsche Kultur, das Essen und das Verkehrssystem in Deutschland haben sie fasziniert. Das Beste sei aber, dass zur Delegation aus Uganda auch Mitarbeiter verschiedener Organisationen gehörten, die sich um Frauenbelange kümmern. Mit diesen Organisationen will sie gemeinsam mit dem Team vor Ort in Zukunft zusammenarbeiten. Raynard ist zuversichtlich: „Diese Reise war ein Wendepunkt für mich. Ich werde das Gelernte nutzen, um noch mehr Frauen in Uganda zu unterstützen.“

Die große Freude über die Möglichkeiten, die der Besuch der Afrikanerinnen bot, teilt auch der dlv. „Der Austausch verdeutlicht eindrucksvoll, mit welcher Entschlossenheit die Frauen aus Uganda – trotz schwieriger Rahmenbedingungen – ihre finanzielle Unabhängigkeit Schritt für Schritt erarbeiten“, sagte dlv-Präsidentin Petra Bentkämper zur Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit.

Die Studienreise der ugandischen Frauen gehört zu Projekten des Deutschen Landfrauenverbands, die in Kooperation mit dem Globalvorhaben „Stärkung bäuerlicher Organisationen für nachhaltige Agrarentwicklung“ der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt werden. Gefördert werden sie durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

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Bischof Lubowa stärkt Gejja den Rücken – Ein Besuch, der Herzen bewegt

Der Besuch von Bischof Michael Lubowa der Diözese Zentral-Buganda war für die Gejja Women Foundation ein außergewöhnliches Ereignis. Gemeinsam mit zahlreichen Priestern und Geistlichen aus den Distrikten Mpigi, Butambala und Gomba feierte er ein Fest mit den Frauen im Gejja-Zentrum in Mpigi.

Die Anwesenheit so vieler geistlicher Würdenträger unterstrich die Bedeutung dieses Besuchs und zeigte die große Unterstützung, die die Arbeit der Organisation erfährt. Für die religiösen Frauen war es ein überwältigendes Erlebnis, von so hohen Vertretern der Kirche geehrt zu werden.

Der Bischof lobte in seiner Rede das Engagement der Frauen und betonte die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Uganda. Sein Besuch war nicht nur ein Zeichen der Anerkennung, sondern auch ein Aufruf zur Zusammenarbeit. Die Hoffnung auf eine engere Partnerschaft mit der Kirche gibt den Frauen neuen Schwung und ermöglicht es ihnen, noch mehr Frauen und Mädchen in ländlichen Gebieten zu erreichen.

Die Gejja Women Foundation ist zuversichtlich, dass diese Partnerschaft neue Türen für die Zukunft öffnen wird. Gejja-Gründerin Angella Marjorie: „Wir sind außerordentlich dankbar für die Unterstützung und fühlen uns nachdrücklich in unserem Einsatz für eine bessere Zukunft bestärkt.“

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Investment in die Sicherheit

Anfang Februar erlebte das Team in Mpigi einen Albtraum: Nachts waren Diebe auf dem ungeschützten Gelände eingebrochen und hatten alles gestohlen, was wertvoll und wichtig war wie Telefone, Computer, Bargeld und große Mengen an Haushaltsmaterialien.

Damit sich dieser Albtraum nicht wiederholt, wurde jetzt ein Projekt vollendet, das bereits vor drei Jahren seinen Anfang genommen hatte: In Kooperation mit der katholischen Hilfsorganisation Malteser hatte das Team mit dem Bau eines Sicherheitszauns begonnen. Doch das Vorhaben war immer wieder ins Stocken geraten, weil die Kosten nicht zu stemmen waren.

Dass die Investition beträchtlich war, machen die Zahlen deutlich: 2,10 Meter hoch und fast 1200 Meter lang umfasst der Schutzzaun heute ein Gelände von rund zehn Hektar. Eine mächtige, nur schwer überwindbare Stacheldrahtrolle sichert den Zaun oben ab. Auch der teilweise sumpfige Boden brachte Probleme: Um den Zaun fest zu verankern, musste alle drei Meter ein Betonpfosten in den Grund gerammt werden. Hinzu kamen die Kosten für ein stabiles Eingangstor, das zusätzlich Schutz verspricht und ungebetene Gäste fernhält.

Seit Mitte Juni ist das Projekt nun fertig. Darüber ist die Freude verständlicherweise groß. „Wir sind alle sehr dankbar für diesen Sicherheitszaun“, sagt Gejja-Gründerin Marjorie Angella Atuhur. Nun könne die Mannschaft endlich wieder ruhig schlafen.


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Gemeinsam für eine bessere Zukunft

Von Kanada nach Uganda: Drei Monate verbrachten Volita Yego und Carolina Diaz in Mpigi. Drei Monate, in denen die beiden jungen Frauen mit ihrer grenzenlosen Begeisterung und ihrem Fachwissen im Team viel bewirkten. Sie waren als Freiwilligen im Rahmen des HerStart-Programms von Challenge International nach Uganda gekommen. Als sie das Land wieder verließen, blieb mehr als das Ergebnis ihrer Arbeit, es blieben auch viele Freunde zurück. 

Youth Challenge International (YCI) ist eine globale Jugendentwicklungsorganisation mit Sitz in Kanada. Ihr Ziel: Sie will mit dem Engagement junger Menschen einen positiven Wandel in der Gesellschaft bewirken. YCI ist davon überzeugt, dass Jugendliche eine wichtige Rolle bei der Lösung globaler Herausforderungen spielen. Ihre Programme legen den Schwerpunkt auf die Schaffung nachhaltiger Lösungen in den Bereichen Lebensunterhalt, Gesundheit, Führung und Umwelt.

Die Organisation ist in verschiedenen Ländern tätig, darunter in Tansania, Ghana, Mosambik, Costa Rica und Uganda. Sie arbeitet oft mit lokalen Gemeinschaften und Organisationen zusammen. Im Fokus stehen Themen wie Ungleichheit, Gesundheitsdisparitäten und Umweltprobleme. Durch Initiativen wie das HerStart-Programm fördert YCI soziales Unternehmertum unter Frauen, um dauerhafte wirtschaftliche Auswirkungen zu erzielen.

YCI vergibt internationale Stipendien und Praktika, um interkulturelle Zusammenarbeit und praktische Erfahrungen in globalen Entwicklungsanstrengungen zu fördern. Ein Angebot, das auch Volita Yego und Carolina Diaz begeisterte, weil sie damit ihren Wunsch, etwas zu bewirken, vor Ort umsetzen konnten.

Während ihres Aufenthalts in Mpigi arbeiteten die beiden eng mit dem Team der Gejja Women Foundation zusammen und engagierten sich in Projekten zur Frauenförderung, Aufklärung über Menstruationshygiene und Entwicklungsinitiativen in Gemeinden. Dank ihrer Mitarbeit konnten Schulungsmaterialien und innovative Lehrmethoden verfeinert werden, die die Bildungsprogramme der Gejja Women Foundation nachhaltig verbesserten. Doch auch mit praktischen Fähigkeiten begeisterten Carolina und Volita das Gejja-Team – zum Beispiel mit dem Bau einer Kompostgrube. Und sogar an die Produktion von Kräutermedizin wagten sich die beiden Kanadierinnen.

„Die Arbeit von Volita und Carolina hat uns und die umliegende Gemeinschaft spürbar beeinflusst“, sagt Gejja-Gründerin Marjorie Angella Atuhur. So hätten sie zum Beispiel schnell erkannt, wie sich interne Prozesse effizienter gestalten lassen. Die von ihnen eingeführten Methoden hätten die Arbeit in den Gemeinden verändert und den Weg für zukünftige Partnerschaften geebnet.

Doch nicht nur für das Gejja-Team war die Arbeit der beiden Frauen ein aufregendes Erlebnis. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort, lernten Volita und Carolina, sich flexibel auf neue Situationen einzustellen und entwickelten ein tiefes Verständnis für kulturelle Unterschiede. Die Freundschaften, die sie in Uganda schlossen, und die Menschen, deren Leben sie berührten, veränderten ihre Sichtweise auf die Welt für immer. Diese wertvollen Erfahrungen können ihre zukünftige Arbeit nachhaltig beeinflussen.

„Die Zusammenarbeit mit Volita und Carolina unterstreicht die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit für die Erreichung nachhaltiger Entwicklungsziele“, sagt Marjorie. Die Gejja Women Foundation blicke nun mit Vorfreude auf die Weiterführung der begonnenen Projekte und mögliche zukünftige Kooperationen.